Eine Gruppe von neunzehn australischen Frauen und Kindern, die mit dem islamistischen Staat in Verbindung standen, kehrte nach Melbourne und Sydney zurück. Die Gruppe, die seit der Niederlage des islamistischen Staates in Syrien inhaftiert worden war, verließ vor kurzem ein syrisches Haftlager und stieß dabei auf eine intensive politische Debatte über ihre Zukunft. Die Kohorte bestand aus zwölf Kindern und sieben Frauen, die sieben Jahre Haft in Syrien hinter sich ließen.
Ein Flug, der einen Teil der Gruppe transportierte, erreichte Melbourne am Dienstag nach 16:30 Uhr. Ein weiterer Flug traf etwa eine Stunde später in Sydney ein. Die Frauen, die in Melbourne landeten, verließen den Flughafen separat durch eine Seitentür um 18:40 Uhr und entgingen den meisten Fernseh- und Fotografen. Die Polizei besaß nur eine geringe Präsenz im Ankunftsbereich.
Ein Sprecher der Polizei von New South Wales erklärte am Dienstagabend, dass sie keine Verhaftung der Frauen in Sydney erwarteten. Der Minister für inneres Vermögen, Tony Burke, äußerte sich am Dienstagmorgen und erklärte, dass Sicherheitsbehörden seit 2014 auf ihre Rückkehr vorbereitet waren und „langfristige Pläne zur Verwaltung und Überwachung“ in Stellung brachten. Er betonte, dass diese Personen die „schreckliche Wahl“ getroffen hätten, einer gefährlichen terroristischen Organisation beizutreten und ihre Kinder in eine unerträgliche Lage zu bringen.
Burke betonte zudem, dass Mitglieder dieser Kohorte, die Straftaten begangen hatten, mit der vollen Kraft des Gesetzes rechnen mussten. Er erklärte, dass die Priorität der Regierung stets die Sicherheit der australischen Gemeinschaft sei. Die Sydney-Gruppe umfasste unter anderem Nesrine, Sumaya und Aminah Zahab sowie Hyam Raad und ihre Kinder.
Aminah Zahab, Mutter von Muhammad Zahab, wurde 2019 vom ABC als leitendes Mitglied des IS beschrieben, das über ein Dutzend Familienmitglieder rekrutiert hatte, bevor er 2018 getötet wurde. Ihre Cousine Nesrine Zahab berichtete, sie habe 21 Jahre alt gewesen, als sie und eine weibliche Cousine von einem Familienurlaub in Libanon flohen, um Flüchtlingen an der türkischen Grenze zu helfen. Sie erklärte, sie habe keine Absicht, in das Kriegsgebiet einzutreten.
Der CEO von Save the Children Australia, Mat Tinkler, äußerte sich besorgt über die Situation der zurückkehrenden Kinder. Er betonte, dass die politische Debatte über ihre Zukunft in Australien „zutiefst enttäuschend“ sei. Tinkler forderte, dass Australien die Sicherheit, das Wohlergehen und das Recht auf Leben der Kinder als australische Bürger priorisierte. Er forderte auch, dass die verbleibende australische Frau in Syrien, die ein vorübergehendes Ausschlussverbot erhielt, ebenfalls die Möglichkeit zur Ausreise erhalten sollte.