Die öffentlich-rechtlichen Sender ABC und SBS wurden als Zeugen in einer königlichen Kommission zur Untersuchung von Antisemitismus und gesellschaftlicher Kohäsion einberufen. Diese Maßnahme erfolgte nach Beschwerden bezüglich der Berichterstattung der Sender über den Nahen Osten. Juristen, die bei der Kommission assistierten, bezeichneten einige Einreichungen als „hochkritisch“ gegenüber der Berichterstattung der Sender über den Konflikt.
Es bestand die Kritik, dass die ABC und die SBS eine ungenaue oder unausgewogene Darstellung des Konflikts lieferten, sowohl in der Auswahl der Themen als auch in der Art und Weise, wie die Berichte erstellt wurden. Die Vertreter der Sender betonten jedoch ihre Verpflichtung zu hohen Standards der Genauigkeit, der Unparteilichkeit und der Balance. Sie erklärten, dass ihre Satzungen und Richtlinien sie dazu verpflichteten, diese Standards in ihrer Arbeit zu reflektieren und zu fördern.
Die Sonderbeauftragte zur Bekämpfung des Antisemitismus, Jillian Segal, wurde einberufen, um sich mit diesen Bedenken auseinanderzusetzen. Auch Vertreter der öffentlich-rechtlichen Sender selbst wurden hinzugezogen, um den Ansatz bei der Berichterstattung über den Konflikt darzulegen. Die Sender gaben an, sich konstruktiv mit dem Prozess der Kommission auseinanderzusetzen und schriftliche Stellungnahmen einzureichen.
Die ABC verteidigte ihre Berichterstattung gegen Vorwürfe der Voreingenommenheit, die von der News Corp erhoben wurden. Der Vorsitzende der ABC, Kim Williams, betonte, dass die Sender ihre Berichterstattung über den Konflikt im Nahen Osten verteidigten. Die SBS bekräftigte ihre Rolle als Organisation des öffentlichen Dienstes und versicherte, dass sie eine genaue, ausgewogene und unparteiische Berichterstattung über alle relevanten Themen, einschließlich Antisemitismus und gesellschaftlicher Kohäsion, lieferte.
Im Rahmen der Kommission hörte Kommissarin Virginia Bell Beweise zur Verbreitung antisemitischen Inhalte und anderer Formen von Hassrede in der Online-Umgebung sowie in traditionellen Medien und Rundfunkanstalten. Es wurde festgestellt, dass nicht alle sozialen Netzwerke auf die Anfragen der Kommission angemessen reagierten. Während Plattformen wie Facebook, Google, LinkedIn und TikTok „bedeutend“ reagierten, gab es keine Antwort von Plattformen wie X oder Telegram, und Gab zeigte sich „offen feindselig“.
Es wurde die Gefahr thematisiert, dass die Online-Umgebung als Brutstätte für antisemitische Gewalt dienen konnte. Es wurde deutlich, dass die digitalen Medien und sozialen Netzwerke möglicherweise der bedeutendste Übertragungsweg für Antisemitismus und Hass in der Gesellschaft waren.