Der indische Konglomerat Adani zahlte keine Unternehmenssteuer, obwohl er im vergangenen Jahr fast eine Milliarde Dollar aus dem Kohleabbau in Queensland generierte. Die Finanzberichte zeigten, dass die Thermalkohlebetriebe erhebliche Kosten – darunter Produktions- und Logistikaufwendungen – nutzten, um ihren Umsatz von 963,5 Millionen Dollar in den zwölf Monaten bis zum 31. März auszugleichen. Dies resultierte in einem Verlust von 340,6 Millionen Dollar für das Jahr und eliminierte somit die Steuerlast. Die Analyse der Unternehmensbilanzen zeigte, dass das Bergbauprojekt seit seiner Eröffnung im Jahr 2021 nie eine Körperschaftsteuer entrichtet hatte, obwohl Adani zuvor zugesagt hatte, Milliarden in Steuern und Lizenzgebühren in die Wirtschaft zu investieren.
Die Bilanz von Adani Mining belegte, dass das Unternehmen im Berichtszeitraum 58 Millionen Dollar an Lizenzgebühren entrichtet hatte. Lizenzgebühren bestanden aus Zahlungen an Regierungen zur Gewinnung staatlicher Mineralien. Adani zahlte zudem eine Lizenzgebühr in Höhe von 33,1 Millionen Dollar an eine verbundenen Partei. Tim Buckley, ein ehemaliger Investmentbanker und Direktor von Climate Energy Finance, erklärte, dass das Unternehmen so strukturiert war, dass es keine Körperschaftsteuer in Australien entrichten musste. Er forderte neue Gesetze, welche die Kapitalstruktur ausländischer Unternehmen regeln und die Möglichkeit von Abschreibungen limitieren sollten.
Die Genehmigung des Adani-Projekts im Galilee Basin Zentralqueenslands wurde heftig bestritten, da es eine neue Jurisdiktion für die thermische Kohleextraktion eröffnete und erhebliche Umweltbedenken hervorrief. Industrieverbände, die dem Konglomerat unterstützten, behaupteten, das Projekt würde über „fast ein Jahrhundert“ durch Bergbau- und Lizenzgebühren Schulen, Krankenhäuser und andere Infrastruktur finanzieren. Ein Sprecher von Adani Mining erklärte jedoch, dass das Unternehmen seine staatlichen und gemeinschaftlichen Steuer- sowie Lizenzgebührenverpflichtungen vollständig erfüllte und die steuerlichen Ergebnisse gemäß den australischen Rechnungslegungsstandards und dem Gesellschaftsgesetz bestimmt wurden.
Parallel dazu entzog auch das Adana-geführte Hafenunternehmen Abbot Point, genannt North Queensland Export Terminal, über den jüngsten Berichtszeitraum keine Unternehmenssteuer, obwohl es 356,6 Millionen Dollar erwirtschaftet hatte. Verschiedene Betriebsausgaben führten zu einem Verlust von 6,8 Millionen Dollar, ohne dass eine Steuer fällig wurde. Der Geschäftsführer des Terminalgeschäfts erklärte, dass die Bilanz nach australischen Rechnungslegungsstandards erstellt wurde und die kapitalintensive Natur des Besitzes und Betriebs wichtiger Exportinfrastruktur widerspiegelte.