Die Wahl in Sachsen-Anhalt zeigte eine deutliche Verschiebung der politischen Landschaft. Die Alternative für Deutschland (AfD) erzielte mit 43,8 Prozent der Stimmen den stärksten Landeserfolg der Partei und sendete Schockwellen durch Europa. Gleichzeitig brach die christdemokratische Union (CDU) unter Friedrich Merz auf 17,2 Prozent ein, und die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) erreichte nur 9,3 Prozent. Die Mitte verlor somit die Kontrolle über die politischen Kräfteverhältnisse in Deutschland.
Die AfD, deren lokale Organisation in Sachsen-Anhalt von den inneren Sicherheitsdiensten als „bestätigte rechtsextreme Extremisten“ eingestuft wurde, erreichte mit ihren 39 Abgeordneten knapp unter der Mehrheit im Parlament. Dieser Landeserfolg positionierte die Partei näher an der Regierungsbildung in einem deutschen Bundesland als jede Rechtspartei seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Ergebnisse lösten bei nationalistischen Kreisen Jubel aus, die den Sieg als „historischen Gewinn“ feierten, während Mainstream-Führer eine „ernste Moment“ für den Kontinent warnen.
Die politische Unsicherheit wuchs weiter, da die AfD zwar im Landeswahlkampf dominierte, aber in nationalen Umfragen auch in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin vorn stand. Der Anstieg der rechten Parteien in Europa war signifikant: Forschungsergebnisse zeigten, dass ein Viertel der europäischen Wähler ihre Stimme für Rechtsparteien abgaben, eine Zahl die seit den späten Neunzigern mehrfach verdoppelt worden war.
Rechtspopulistische Parteien fanden in zahlreichen Ländern Regierungsbeteiligung, darunter Kroatien, Tschechien, Italien und Finnland, und stützten eine rechtspopulistische Minderheitsregierung in Schweden. Diese Entwicklung zeigte, dass die rechte Flanke in Europa nicht nur eine regionale Erscheinung blieb, sondern eine dauerhafte Kraft darstellte. Die Stärke der AfD resultierte nicht nur aus regionalen Erfolgen, sondern aus einer allgemeinen Normalisierung rechter Ideen durch Medien und Mainstream-Parteien.
Experten argumentierten, dass die „Sperrzone“ oder „Brandmauer“ gegen die rechtsextremen Parteien gescheitert war oder sogar kontraproduktiv wirkte. Die Mainstream-Parteien hielten sich aus Angst vor Kompromissen zurück, was die AfD indirekt stärkte. Die Mitte verlor durch instabile Allianzen an Boden, was die Frustration der Wähler verstärkte und die Unterstützung für die Extreme förderte.
Die Analyse zeigte, dass die bloße Abwesenheit einer Barriere keinen Einfluss auf die Stärke der rechten Parteien hatte. Vielmehr trieb die langsame Normalisierung rechter Themen, wie etwa Migration, die Wählerschaft der AfD voran. Die Debatte über die Wirksamkeit der Sperrzone verfehlte den Kern der Sache, da die politischen Inhalte der Rechten ohnehin stets im Zentrum der öffentlichen Diskussion standen.