Ein afghanischer Polizeibeamter erfuhr Bedrohungen von der Taliban nach der Veröffentlichung seiner Identität durch ein internes Dokument des britischen Verteidigungsministeriums. Der Beamte hatte für die afghanische Polizei gearbeitet, und seine Daten traten bei einem versehentlichen Datenleck im Jahr 2022 in Umlauf. Dieses Leck enthüllte die Identität von 18.700 Afghanen, die mit der britischen Regierung zusammengearbeitet oder für sie tätig gewesen waren.
Der Beamte erhielt verschiedene Drohungen von der Taliban, darunter ein Video, das er der Zeitung vorlegte. Auf dem Video zeigte ein Mann, der eine Waffe hielt und unter einer Taliban-Flagge saß, und drohte, ihn zu verfolgen und auf sein früheres Bewegungsgebiet verwies. Trotz seiner loyalen Dienstleistung lehnte das britische Verteidigungsministerium jedoch seinen Antrag auf Umsiedlung unter dem Programm zur Unterstützung afghanischer Bevölkerung (Arap-Schema) ab.
Die Ablehnung erfolgte, weil der Beamte keine ausreichenden Beweise für eine Zusammenarbeit mit einer britischen Regierungsabteilung vorlegen konnte. Er betonte, dass dies äußerst schmerzhaft sei, da er alle verfügbaren Dokumente zur Belegung seiner Dienstleistung eingereicht hatte. Zudem berichtete er, dass viele seiner ehemaligen Kollegen, die dieselben Aufgaben in derselben Abteilung erfüllten, bereits über das Arap-Schema nach Großbritannien umgesiedelt worden waren.
Der Beamte äußerte seine Sorge über die Behandlung ehemaliger afghanischer Partner der britischen Regierung. Er sah in seinem Fall ernste Fragen hinsichtlich der Behandlung von Personen, die jahrelange Loyalität bewiesen hatten. Er fragte, ob er warten müsse, bis er von der Taliban gefangen genommen oder getötet wurde, bevor seine Dienstleistung und die Gefahr, denen er ausgesetzt war, anerkannt wurden.
Das Verteidigungsministerium erklärte, dass jede Bewerbung individuell geprüft wurde und anhand der vorgelegten Beweise sowie der öffentlichen Kriterien bewertet wurde. Der damalige Verteidigungssekretär John Healey betonte, dass die Aufnahme in das Datenleck kein Recht auf Zugang zu Großbritannien oder auf Asyl bedeutete. Er stellte klar, dass das Leck niemanden für den Anspruch auf das spezielle Programm berechtigte.
Der Beamte berichtete über die tiefgreifenden persönlichen Folgen. Durch die Offenlegung seiner Daten erhöhte sich sein Risiko erheblich, und er konnte sich nicht sicher von seinem Zuhause entfernen. Er beschrieb die emotionale Belastung als zermürbend und hoffnungslos. Er bat lediglich um eine faire Überprüfung seiner Unterlagen, basierend auf den bereits vorgelegten Beweisen.