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Politik

Afrikanische Fans trollten Südafrika nach Weltcup-Niederlage

Xenophobie und Migrationsdebatten prägten die Stimmung in sozialen Medien

Die normale Darstellung der afrikanischen Einheit zu Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft fehlte in den sozialen Medien. Viele Fans aus dem gesamten Kontinent unterstützten Mexiko im Eröffnungsspiel gegen Südafrika. Die Memes waren zwar leicht und spielerisch, doch sie verweisen auf eine düstere Realität. Diese Scherze spiegelten den Ärger über Berichte über xenophobe Gewalt in Südafrika wider.

Eine schwache sportliche Leistung auf dem Platz führte zu einer 2:0-Niederlage gegen die Gastgeber. Nach dem Endpfiff füllten die sozialen Medien mit einer Flut spottender Beiträge. Einige Südafrikaner wehrten sich jedoch und lobten den Geist ihres Teams, das als Bafana Bafana bekannt war.

Vor dem Spieltag rechtfertigten einige afrikanische Fußballfans ihre Unterstützung für Mexiko durch den Bezug zu den aktuellen Spannungen in Südafrika bezüglich der Migration. Ein Nutzer fragte, ob man Menschen für die Unterstützung des Landes bejubeln solle, nur weil sie afrikanisch seien. Ein anderer argumentierte, dass die Unterstützung Mexikos dazu diene sollte, dass Südafrika frühzeitig zurückkehren könne, um seine Arbeitsplätze zu schützen.

Andere Nutzer spielten die mexikanische Kultur humorvoll auf und änderten ihre Profilbilder zu Flaggen und spanisch klingenden Namen unter dem Schlagwort „Mexiko gegen Xenophobie“. Ein kongolesischer Fußballfan erklärte, dass die Trennung von Nationen eine Familienstruktur zerstöre. Er unterstützte Mexiko, weil die Einheit der afrikanischen Staaten zerbrochen sei. Ein ghanischer Unterstützer hingegen verteidigte Südafrika und gab den anti-migrantischen Gefühlen in Südafrika eine geringe Anzahl von Einzelpersonen.

In Südsudan unterstützten Fans in Juba die Bafana Bafana. Sie verbanden den Kampf um Unabhängigkeit mit dem Widerstand gegen die weiße Minderheitsherrschaft in Südafrika. Ein junger Student erklärte, dass die afrikanischen Länder Südafrika unterstützen sollten, da es für den gesamten Kontinent repräsentierte. Die südafrikanische Regierung lobte die „geistige Leistung“ des Teams und betonte die Einheit und den Stolz.

Südafrikaner reagierten auf die Trolle in den sozialen Medien robust. Sie betonten, dass sie unabhängig von den Ergebnissen des Turniers Südafrikaner blieben und dass irreguläre Migranten das Land verlassen würden. Die Regierung warnte davor, dass nur autorisierte Regierungsbeamte gegen Verstöße gegen das Gesetz handeln konnten. Mehrere afrikanische Länder, darunter Nigeria, Ghana, Simbabwe und Malawi, führten Repatriierungen durch, um die anti-migrantischen Bedrohungen ernst zu nehmen. Die zunehmenden xenophoben Tendenzen resultierten aus einer hohen Arbeitslosenquote und den anhaltenden Migrationsproblemen im Land.

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