Eine Gruppe afrikanischer Wildhunde vollendete eine Rekordwanderung von 2.485 Meilen über den Kontinent. Diese Reise, die als Dispersal bezeichnet wurde, stellte die weite Distanz dar, die ein Landtier auf der Suche nach einem Partner zurücklegte. Wissenschaftler erkannten in dieser Leistung die Hoffnung, dass Wildtiere auch unter zunehmendem menschlichen Druck über weite Strecken reisen konnten.
Die drei Brüder durchquerten Sambia und navigierten durch eine Landschaft, die stark von menschlichen Einflüssen geformt wurde. Gleichzeitig zeigten andere Wildhunde, die mit GPS-Halsbändern verfolgt wurden, die Gefahr, mit illegalen Fallen zu sterben. Auch bei den Schwestern endete eine ihrer Reisen abrupt, als sie in einer Falle gefangen wurde. Diese Ereignisse unterstrichen die ernsten Gefahren, denen diese seltenen Raubtiere ausgesetzt waren.
Afrikanische Wildhunde galten als eine der seltensten Prädatoren Afrikas, wobei nur noch etwa sechstausend Exemplare in der Wildnis verblieben. Sie lebten in hochsozialen Gruppen und suchten ständig neue Territorien und Brutmöglichkeiten. Da sie nicht innerhalb ihrer Geburtsgruppe brüten konnten, verließen sich die Tiere auf die Suche nach einem Partner, oft schon im Alter von zwei oder drei Jahren.
Die Forschungsergebnisse lieferten einen wichtigen Einblick in die Vernetzung der Populationen. Die Route, die die Hunde durch Sambia nahmen, bewegte sich zwischen Wildtier-Refugien und umging Gebiete mit großen menschlichen Hindernissen wie der Hauptstadt Lusaka. Die Befunde suggerierten, dass die Wildhundpopulationen in Ost- und Südafrika möglicherweise stärker miteinander verbunden waren, als es bisher angenommen wurde.
Professor Scott Creel, der leitender Autor der Studie, äußerte vorsichtigen Optimismus. Er erklärte, dass jede große Wildhundpopulation in Ost- und Südafrika, abgesehen von gesicherten Gebieten, potenziell verbunden sei. Dennoch betonte er in der Naturschutzarbeit, dass die Bedrohung durch Wilderei und Fallen bestehen blieb. Er forderte die Schaffung von Streifen natürlicher Flächen außerhalb geschützter Gebiete, um die Trennung von Wildtiergebieten durch Straßen oder Siedlungen aufzuheben.
Experten betonten, dass Schutzgebiete nicht als Inseln betrachtet werden durften. Sie mussten funktional im langfristigen Sinne sein. Nur durch die Schaffung vernetzter Landschaften konnten Arten wie Wildhunde und Elefanten in Zukunft überleben. Die Forschung lieferte somit eine Grundlage für den dringenden Handlungsbedarf im Naturschutz.