Der persönliche Assistent eines Spitzenkandidaten der Bharatiya Janata Party wurde nach den Wahlen im Bundesstaat Westbengalen in einer gewalttätigen Auseinandersetzung erschossen. Der Vorfall ereignete sich, als Chandranath Rath auf dem Heimweg getötet wurde. Rath war Assistenz für Suvendu Adhikari, der als Spitzenkandidat für den neuen Ministerpräsidenten galt, nachdem die Bharatiya Janata Party die Wahl gewonnen hatte.
Die Polizei ermittelt in diesem Mord, jedoch konnten bislang keine Verhaftungen vorgenommen werden. Rath war einer von mindestens drei Personen, die seit der Bekanntgabe der Wahlergebnisse in dem östlichen Bundesstaat getötet wurden. Die Behörden berichteten, dass sie vor dem Tod von Rath über 400 Personen im Zusammenhang mit Vorfällen von Gewalt und Einschüchterung festgenommen hatten. Solche Konflikte zwischen rivalisierenden Parteimitgliedern sind nach Wahlen in Westbengalen nicht ungewöhnlich.
Die Wahlen markierten einen historischen Sieg für die BJP, die damit eine fünfzehnjährige Regierungszeit der Trinamool Congress Partei von Mamata Banerjee beendete. Die Spannungen in Westbengalen waren bereits vor den Wahlen hoch, insbesondere im Kontext einer umstrittenen Maßnahme zur Bereinigung der Wählerlisten, die Millionen von Menschen von den Wählerverzeichnissen ausschloss. Banerjee behauptete, diese Maßnahme habe Tausende von Nicht-BJP-Wählern entfernt und ihren Verlust ermöglicht. Die BJP und die Wahlkommission wiesen diese Anschuldigungen jedoch entschieden zurück.
Die Tötung von Rath hat die Lage weiter eskaliert und die Befürchtung einer Zunahme der Gewalt verstärkt. Die Trinamool Congress Partei verurteilte den Mord scharf und forderte eine gerichtlich überwachte Untersuchung, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Beide Parteien behaupteten, ihre Mitglieder seien Opfer der Wahlkampfgewalt geworden, wobei jede Partei die andere für die Taten verantwortlich machte.
Zusätzlich zu den politischen Auseinandersetzungen gab es auch Vorfälle von Vandalismus und Brandstiftung. Die Polizei bestätigte, dass Fahrzeuge und Munition vor Ort gefunden wurden, wobei die Kennzeichen eines Fahrzeugs, das im Verbrechen benutzt wurde, als falsch identifiziert wurden. Experten weisen darauf hin, dass die wiederkehrende Wahlgewalt in Westbengalen auf eine tief verwurzelte Parteisozialität zurückzuführen ist, bei der die Zugehörigkeit zur Partei in das tägliche Leben und die Existenzgrundlage der Menschen eingebettet ist.