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Wirtschaft

Air India: Neuer Chef inmitten finanzieller und sicherheitstechnischer Turbulenzen

Nach tödlicher Absturzserie steht die Fluggesellschaft vor einer tiefgreifenden Umstrukturierung

Air India stellte einen neuen Vorstandsvorsitzenden ein, als die Fluggesellschaft mit erheblichen finanziellen Verlusten und den Folgen des letzten Absturzes konfrontiert war. Tewolde Gebremariam übernahm die Leitung nach dem Rücktritt von Campbell Wilson im April. Gebremariam hatte zuvor bei Ethiopian Airlines gearbeitet und die regionale Fluggesellschaft zu einer der größten Airlines Afrikas entwickelt.

Die Fluggesellschaft, die 2022 von der Tata-Gruppe erworben wurde, durchlebte eine Phase operativer Turbulenzen. Air India betrieb eine Flotte von hundertneunundachtzig Flugzeugen und führte nahezu fünftausend wöchentliche Flüge auf neunundeinzig Ziele in Indien und im Ausland durch. Gebremariam wurde von der Geschäftsleitung einstimmig gewählt, da seine Führungsstärke und sein operatives Fachwissen für die „nächste Wachstumsphase“ der Airline entscheidend waren.

Der Vorsitzende Air India, N Chandrasekaran, erklärte, dass Air India die anfängliche Stabilisierungsphase abgeschlossen hatte und nun in eine kritische Phase der Umsetzung und Expansion eingetreten sei. Wilson, ein ehemaliger Manager von Singapore Airlines, hatte bereits 2024 angekündigt, im Jahr 2026 zurückzutreten und die Übergabe für eine reibungslose Entwicklung vorbereitet. Gebremariam äußerte seine Absicht, eine „weltklasse globale Fluggesellschaft“ aufzubauen, die das wirtschaftliche Potenzial Indiens widerspiegelte.

Während seiner Zeit bei Ethiopian Airlines hatte Gebremariam die Flotte nahezu verdreifacht und die Airline zur profitabelsten in Afrika gemacht. Bei Air India stand ihm jedoch eine schwierige Aufgabe bevor. Er übernahm die Leitung, als die Fluggesellschaft mit einer Reihe von Sicherheits- und operativen Herausforderungen konfrontiert war, angeführt vom tödlichen Absturz in Ahmedabad und London im letzten Juni. Der Abschlussbericht des Absturzes erwartete im Oktober.

Die Fluggesellschaft kämpfte seit ihrer Rückkehr in die private Eigentümerschaft weiter und meldete im vergangenen Monat einen Rekordverlust von fast zwei Milliarden Dollar. Chandrasekaran warnte davor, dass eine Wende bis zu einem Jahrzehnt dauern könnte. Die Airline reduzierte zudem fast ein Drittel ihrer internationalen Operationen. Weitere operationelle Rückschläge traten auf, beispielsweise als ein Flug von Delhi nach Vancouver wegen fehlender Freigabe in den kanadischen Luftraum zurückkehren musste.

Aviation-Experten sahen in Gebremariam die notwendige Führung für Air India. Sie verwiesen auf zwei definierende Krisen, die er bei Ethiopian Airlines bewältigt hatte: den Absturz des Boeing 737 Max im Jahr 2019, der hundertfünfundsiebzig Menschen tötete, sowie die Covid-Pandemie, in der die Airline durch die Erweiterung ihres Frachtgeschäfts profitabel blieb. Experten nannten Gebremariam als die Person, die die Arbeitskultur wiederherstellen, die Moral der Mitarbeiter steigern und die Flottenerweiterung beschleunigen musste, um die Verluste zu stoppen.

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