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Kriminalität

Airbnb-Anmietungen missbraucht: Kriminelle nutzen Kurzzeitvermietungen als Verstecke

Belgische Behörden warnen vor der Verflechtung von E-Commerce und organisierten Kriminalität

Kriminelle Banden nutzten Airbnb-ähnliche Kurzzeitvermietungen als Verstecke für Drogen, Waffen und Menschen, so die führende belgische Behörde zur Bekämpfung des Drogenhandels. Die nationale Drogenkommissarin Belgiens, Ine Van Wymersch, betonte, dass der florierende E-Commerce-Sektor die organisierte Kriminalität enorm erleichterte. Die Behörden besaßen keine präzise Vorstellung von der Ausdehnung des Problems, doch die Täter nutzten die Flexibilität der Buchungsplattformen aus, um logistische Herausforderungen zu umgehen. Eine Mietung für drei Tage bot die notwendige Flexibilität, um beispielsweise eine Fracht aus einem Hafen abzuholen, selbst wenn das Schiff nicht in Antwerpen, sondern in Marseille fuhr. Bei einer freien Stornierung konnte die Flexibilität der Plattformen für die kriminellen Akteure genutzt werden.

Polizei beschlagnahmte Anfang August 3,3 Kilogramm Kokain sowie 4.845 Euro Bargeld aus einer Wohnung, die über Airbnb in zentralen Brüssel vermietet wurde. Diese Unterkunft diente mutmaßlich zur Lagerung und Verpackung von Drogen. Zudem wurde im Jahr 2024 bei einer großen Drogenhandelsoperation zwischen Belgien und dem Vereinigten Königreich Kokain im Wert von 21 Millionen Euro aus einer Airbnb-Vermietung in Staden, Westflandern, beschlagnahmt. Diese Fälle zeigten, wie die Plattformen für die organisierte Kriminalität als flexible Logistikinstrumente dienten.

Ein Vertreter von Airbnb Belgiens äußerte sich zurückhaltend und verwies die Aufmerksamkeit auf die jüngsten Äußerungen des Country Managers für Frankreich und die Benelux, Clément Eulry. Er erklärte, dass solche kriminellen Buchungen eine extreme Minderheit unter den Millionen von Transaktionen darstellten, die das Unternehmen jährlich verarbeitete. Er betonte, dass das Unternehmen verschiedene Maßnahmen ergriff, darunter den Einsatz künstlicher Intelligenz zur Identifizierung verdächtiger Buchungen. Berichte über problematische Mieter wurden stets an die Polizei und die lokalen Behörden weitergegeben.

Van Wymersch hob hervor, dass die Verbreitung des E-Commerce und die Möglichkeit zur Erstellung anonymer E-Mail-Konten, verschlüsselter Kommunikation und Kryptowährungen die organisierte Kriminalität enorm begünstigten. Sie warnte davor, dass auch Logistikfirmen durch organisierte Kriminalität instrumentalisiert wurden, da die Übergabe kleiner Pakete an Nachbarn nicht länger als verdächtig galt. Die organisierte Kriminalität veränderte ihre Arbeitsweise: Sie nutzten kleine Unternehmen wie Friseursalons oder Nachtgeschäfte zur Geldwäsche, anstatt die großen Geldwäschestrukturen der Vergangenheit zu verwenden. Die Kriminalität entwickelte sich von hierarchischen Pyramiden zu lockeren, anonymen Netzwerken, in denen die Täter nicht mehr wussten, zu welcher Organisation sie gehörten.

Van Wymersch präsentierte eine „Eisberg-Strategie“ zur Bekämpfung der organisierten Drogenkriminalität. Die sichtbaren Verbrechen bildeten die Spitze des Eisbergs, während unter der Oberfläche Schäden verborgen lagen, die nicht immer direkt mit der organisierten Kriminalität verbunden waren, wie beispielsweise Opfer von Drogen-getriebener häuslicher Gewalt oder Gewalt durch betrunkene Fahrer. Sie betonte die Notwendigkeit, die Gesellschaft zu stärken, um junge Menschen vor dem Abdriften in Drogenbanden zu bewahren. Sie forderte Investitionen in Bildung, Armutsbekämpfung, Wohnraum und angemessene Vergütung für Lieferdienste, um die gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit zu erhöhen.

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