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Technologie

Airbus testete faltbare Flügel für zukünftige Flugzeuge

Der Kampf um die nächste Generation kommerzieller Luftfahrt

Airbus verkündete, dass es faltbare Flügel für die nächste Generation seiner meistverkauften Flugzeuge testen würde. Das weltweit größte Flugzeughersteller rannte darum, die Form zukünftiger kommerzieller Flugzeuge bis zum Ende des Jahrzehnts zu bestimmen. Langere, schlankere Flügel, gefertigt aus leichten, aber stabilen Verbundwerkstoffen, versprachen Energieeinsparungen. Diese Konstruktion stellte jedoch ein Problem für Hersteller dar, da diese Flügel in Flughäfen weltweit nicht passten, viele davon befanden sich bereits an ihrer Kapazitätsgrenze.

Sue Partridge, Leiterin des Airbus-Programms „Flügel von morgen“, erklärte auf der Farnborough-Luftshow, südwestlich von London, wo die globale Industrie alle zwei Jahre für eine wichtige Konferenz zusammenkam. Sie betonte, dass der Wert der Fähigkeit, die Flügel zusammenzukupfen, immens sei. Faltbare Flügelspitzen boten hier eine Lösung. Boeing hatte diese bereits auf seinem größeren 777X installiert, welcher zwei Gangways besaß, doch die Technologie wurde noch nicht auf Flugzeugen mit nur einem Gangway angewandt. Boeing untersuchte zudem neue Technologien, darunter die Verwendung einer „Truss“, um längere Flügel zu stabilisieren.

Airbus plante, Erweiterungen von etwa vier oder fünf Metern an den Flügeln eines seiner A321neo-Flugzeuge zu montieren, um zu testen, wie verschiedene Formen unter realen Bedingungen in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres reagierten. Dieses Modell gehörte zur A320-Familie, dem meistverkauften Flugzeug aller Zeiten. Der europäische Hersteller und sein bitterer US-Rival Boeing bereiteten die nächste Flugzeuggeneration nach Jahrzehnten des Verkaufs ihrer jeweiligen A320- und 737-Modelle vor. Beide Unternehmen suchten Technologien, die den Energieverbrauch signifikant senkten, darunter neue Triebwerke, hybride elektrische Systeme und längere Flügel.

Airbus begann die Montage der Flügelerweiterung in seiner Fabrik in Broughton, Nordwales. Die erste Testphase umfasste jedoch nur die Befestigungsschrauben und noch nicht die Scharniere, welche die Faltfunktion ermöglichten. Das Unternehmen gab an, die Form des neuen Flugzeugs bis 2030 festzulegen. Partridge erklärte, dass Airbus bereits wußte, dass die nächste Generation relativ schwere Triebwerke mit großem Durchmesser verwenden würde und die Flügel wie ein Gülles gebogen seien, um einen zusätzlichen aerodynamischen Vorteil zu erzielen.

Airbus und Boeing mussten auch neue Triebwerke wählen. Airbus erwog, entweder mit verkleideten Triebwerken, welche die Propellerblätter umschlossen, oder eine „offene Propeller“-Option, bei der die Blätter freigelegt wurden. Die britische Hersteller Rolls-Royce hofften, den Markt für höher verkaufte Ein-Gangway-Flugzeuge, auch bekannt als schmale Flugzeuge, bei der nächsten Generation von Airbus und Boeing zu erobern. Der Vorstandsvorsitzende von Rolls-Royce, Tufan Erginbilgiç, teilte bei Farnborough mit, dass das Unternehmen nur zwei Jahre hatte, um die Flugzeughersteller zur Wahl seiner Triebwerke zu bewegen.

Er forderte die britische Regierung unter ihrem neuen Premierminister Andy Burnham auf, die Investitionen von Rolls-Royce in das UltraFan-Triebwerkprogramm zu unterstützen. Der neue Finanzminister John Healey, der zuvor Verteidigungsminister war, verstand somit „Rolls-Royce und unsere Agenda“. Erginbilgiç betonte, dass das Programm die „größte Chance für das wirtschaftliche Wachstum des Vereinigten Königreichs“ für die nächsten 50 Jahre darstellte und die „fortschrittliche Fertigung“ im Land transformieren würde. Die Industrievertretung ADS Group forderte die britische Regierung auf, sich auf die Förderer der britischen Luft- und Verteidigungsindustrie zu konzentrieren, um die „wahrscheinlich wichtigste Entscheidung in unserer Branche“ zu gewinnen.

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