Der ehemalige Vorsitzende der US-Notenbank, Alan Greenspan, starb im Alter von hundert Jahren. Seine Ehefrau teilte diese Nachricht mit den Medien. Greenspan starb an Komplikationen der Parkinson-Krankheit. Er hinterließ eine bedeutende Spur in der Gestaltung der amerikanischen Wirtschaft über Jahrzehnte hinweg.
Greenspan fungierte von 1987 bis 2006 als Vorsitzender der Federal Reserve. In dieser Zeit prägte er die amerikanische Wirtschaft und leitete eine längere Phase des Wachstums ein. Er galt als eine Schlüsselfigur, die die Währung und die finanzielle Stabilität der Vereinigten Staaten sicherte. Als „Gott in der Maschine“ der amerikanischen Finanzwelt wurde er als eine zentrale Instanz wahrgenommen.
Kritiker bemängelten jedoch, dass seine Politik des lockeren Kredits zur Blase der sogenannten Dotcom-Ära führte. Zudem wurde er für die Finanzkrise von 2008 verantwortlich gemacht. Seine Haltung zur Regulierung der Banken und seine Überzeugung in die Selbstregulierung des Finanzsektors stießen auf heftigen Widerstand. Greenspan räumte später ein, dass er bei der Beurteilung der Risiken des Kreditwesens Fehler gemacht hatte.
Greenspan war ein Verfechter des freien Marktes und beeinflusste die Wirtschaftspolitik maßgeblich. Er beriet Präsidenten beider Parteien und prägte die Entwicklung der amerikanischen Finanzmärkte. Seine Fähigkeit, Inflationsraten zu kontrollieren, wurde als ein entscheidender Erfolg gewertet. Er verstand die Dynamik von Spekulation und Angst in den Märkten und sah die Notwendigkeit einer klaren wirtschaftlichen Strategie.
Obwohl Greenspan als ein bedeutender Wirtschaftsforscher gefeiert wurde, blieb sein Vermächtnis umstritten. Seine philosophische Abneigung gegen staatliche Eingriffe und seine Rolle bei den großen Marktkrisen ließen seine Bilanz nicht unberührt. Dennoch blieb er als ein Mann, der die amerikanische Wirtschaft nachhaltig formte, in Erinnerung.