Der australische Premierminister Anthony Albanese bezeichnete Sally McManus und Michele O’Neil als persönliche Freunde und als „Giganten der Arbeiterbewegung“, als diese ihre jeweiligen Ämter beim Australian Council of Trade Unions (ACTU) niederlegten. Er betonte, dass die unermüdliche Interessenvertretung und die starke Führung der beiden Frauen die finanzielle Lage arbeitender Familien heute deutlich verbessert hätten.
McManus und O’Neil erzielten in ihren acht Jahren gemeinsamer Tätigkeit bedeutende Erfolge für die Arbeitnehmer. Sie leiteten die erste alle weibliche Führungsgruppe in der 99-jährigen Geschichte des australischen Rates der Gewerkschaften. Ihr Rücktritt erfolgte zu einem Zeitpunkt, als signifikante Lohnsteigerungen in wichtigen und lange vernachlässigten Sektoren stattfanden, die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern auf ein Rekordminimum sank und die Gewerkschaftszugehörigkeit nach Jahrzehnten wieder zunahm.
Parallel dazu verfolgte die Regierung eine langfristige Strategie zur Absicherung Australiens gegen zukünftige internationale Ölpreisschocks. Die Commonwealth- und die westaustralische Regierung planten, vier Millionen Dollar für eine Machbarkeitsstudie für eine neue Ölraffinerie in Westaustralien aufzuwenden. Dieses Projekt sollte von Perdaman, dem multinationalen Unternehmen hinter einer vier, fünf Milliarden Dollar hohen Düngemittelanlage in der Pilbara, gebaut und finanziert werden.
Die Abhängigkeit Australiens von ausländischen Lieferanten für Kraftstoffe zeigte sich durch den internationalen Ölschock im Iran, da etwa neunzig Prozent der Treibstoffprodukte ins Land verschifft wurden. Die Bundesregierung hatte ein Paket zur Energiesicherheit von zehn, sieben Milliarden Dollar angekündigt, welches zehn Millionen Dollar für die Erforschung potenzieller Projekte bereitstellte. Albanese und der Premierminister Roger Cook verkündeten die Finanzierung der Untersuchungsstudie nach einem Besuch der Perdaman-Anlage.
Die frühe Unterstützung für eine neue Ölraffinerie sah sich jedoch dem Widerstand von Umweltschützern ausgesetzt, welche die Bundesregierung kritisierten, weil diese die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen nicht durch die Nutzung des Ölschocks verringert, sondern stattdessen auf Benzin und Diesel drängte. Die Gewerkschaftsführung selbst sah sich einer großen Umstrukturierung gegenüber, nachdem die Sekretärin Sally McManus und die Präsidentin Michele O’Neil nach acht Jahren ihre Positionen niederlegten. Sie hatten erfolgreich für das Recht auf Entkopplung, Schutzbestimmungen für gleiche Bezahlung, die Strafverfolgung von Lohnraub und Mindestlöhne für Arbeiter in der Plattformökonomie gekämpft.