Anthony Albanese, Premierminister Australiens, trat in einer gemeinsamen Erklärung mit führenden Politikern aus dem Vereinigten Königreich, Italien, Frankreich, Deutschland, Kanada, Norwegen, den Niederlanden und Neuseeland zusammen. Diese Länder äußerten ihre Besorgnis über die zunehmende Destabilisierung im Westjordanland durch die Siedlergewalt und forderten ein sofortiges Ende der Bauaktivitäten israelischer Siedlungen, die als Verstoß gegen internationales Recht galten.
In der gemeinsamen Stellungnahme beklagten die Unterzeichner, dass die Situation im Westjordanland in den letzten Monaten signifikant zugeschränkt war und die Gewalt der Siedler auf ein beispielloses Niveau gestiegen war. Sie argumentierten, dass die Politik und Praktiken der israelischen Regierung, einschließlich der weiteren Festigung der israelischen Kontrolle, die Stabilität und die Aussichten auf eine Zweistaatenlösung untergruben. Die internationalen Vertreter betonten, dass internationales Recht eindeutig festlegte, dass die israelischen Siedlungen im Westjordanland illegal seien.
Besonders hervorgehoben wurde das E1-Siedlungsgebiet, welches Territorien in Ost-Jerusalem mit einer weiteren Siedlung im Westjordanland verbinden sollte und voraussichtlich 3.401 Wohneinheiten umfassen würde. Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich, selbst Siedler, erklärte bei der Genehmigung des Projekts im vergangenen Jahr, dass es die Idee eines souveränen Palästinas „begraben“ würde. Er forderte, dass die Welt, welche einen palästinensischen Staat anerkennen wollte, Antworten auf der Grundlage von Fakten – von Häusern, Straßen und Familien – erhalten müsse, nicht durch Dokumente oder Deklarationen.
Die internationalen Führungspersönlichkeiten, darunter Vertreter der sogenannten E4-Staaten, mahnten die israelische Regierung eindringlich, ihre Siedlungsexpansion und administrativen Machtausdehnungen zu beenden. Sie forderten Rechenschaftspflicht für die Siedlergewalt, verlangten eine Untersuchung der Anschuldigungen gegen israelische Streitkräfte und betonten die Notwendigkeit, die historischen Zustandsarrangements über Jerusalem und die Finanzbeschränkungen für die Palästinensische Autonomiebehörde aufzuheben.
Die Unterzeichner äußerten sich auch gegen jene, die für solche Siedlungen plädierten und forderten die israelische Regierung auf, die Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung und die Anhaftung des besetzten palästinensischen Territoriums zu beenden. Sie bekräftigten ihr unerschütterliches Engagement für einen umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden, der auf einer Verhandlungslösung basierte, welche den UN-Sicherheitsratsbeschlüssen entsprach.
Der Energieminister Chris Bowen stellte dar, dass diese Erklärung keine neue Haltung der Albanese-Regierung darstellte. Er betonte, dass die Position Australiens bezüglich der Siedlungen im Westjordanland konsistent blieb, auch wenn die Allianz mit anderen Ländern eine neue Entwicklung darstellte. Die israelische Regierung kommentierte die Erklärung zunächst nicht.