Die Tennis-Runde von Alexandra Eala beim Wimbledon-Turnier entfachte bei den Filipinos eine neue Begeisterung für den Sport. Die Erfolge der Athletin, die den vierten Durchgang des Grand-Slam-Turniers erreichte und die Verteidigerin des Champions Iga Swiatek eliminierte, machten Eala zu einer nationalen Ikone. Diese Leistung sorgte dafür, dass die gesamte Nation die Matches live verfolgte und die Sportart neu entdeckte.
Die Inspiration manifestierte sich auch bei jungen Athleten. Maristella Torrecampo, eine vierzehnjährige Athletin, reiste mit ihrem Vater eine dreizehnstündige Busfahrt nach Manila für ihr Match. Ihre Mutter und ihre Geschwister konnten nicht zusehen, da ihr gemeinsames Budget nur für zwei Hin- und Rückfahrttickets und wenige Tage Verpflegung ausreichte. Trotz der Strapazen besiegte Torrecampo ihre omanische Gegnerin in Satzspielen mit sechs zu eins, sechs zu eins, und hielt ihren Traum, in den Fußstapfen von Alexandra Eala zu treten, am Leben.
Eala hatte durch ihre Erfolge das Interesse an Tennis in den Philippinen wiederbelebt, einem Land, das traditionell stärker von Basketball, Boxen und Schönheitswettbewerben geprägt war. Für junge Tennisspieler wie Torrecampo diente Eala als Vorbild. Torrecampo betonte, dass sie von Eala inspiriert wurde und ihre Einstellung auf und ab dem Platz bewunderte. Eala empfing die Anerkennung ihrer Heimat mit großer Freude, als Präsident Ferdinand Marcos sie in Manila empfing und ihre Erfolge mit der Nation teilte.
Dennoch zeigte sich die Schwierigkeit, Tennis in den Philippinen zu etablieren. Der Sport galt als Elitekategorie, und die Ausrüstung war teuer. Die Miete für Tennisplätze in Manila kostete rund zweitausend Pesos pro Stunde, was die Hälfte des Mindestlohns für einen halben Tag darstellte. Trainer Jovy Barce berichtete von den enormen Hürden, die Anfängern standen. Er begann als Ballboy und fand seine Leidenschaft durch Selbststudium, da ihm keine professionelle Anleitung zur Verfügung stand.
Eala selbst sah sich Kritik wegen ihres elitären Hintergrunds ausgesetzt, da sie Tennis an der Rafael Nadal-Akademie in Spanien studierte. Trotz dieser Kritik ignorierte sie die Kommentare und betonte, dass die Menschen die harte Arbeit hinter den Kulissen nicht erkannten. Die Reise von Eala und Torrecampo zeigte, dass Durchhaltevermögen und die Unterstützung der Nation entscheidend waren, um neue Sportarten zu fördern.