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Politik

Algerien: Präsident fordert Todesstrafe für Brandstifter nach Waldbränden

Algerischer Präsident schlug Änderungen im Strafgesetzbuch vor, um die Bestrafung von vorsätzlichen Bränden zu verschärfen

Der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune forderte die Wiedereinführung der Todesstrafe für Brandstifter. Diese Forderung erfolgte im Anschluss an eine Reihe tödlicher Waldbrände, die mindestens zwölf Menschenleben forderten. Der Präsident wies das Justizministerium an, Änderungen im Strafgesetzbuch vorzunehmen, welche die Todesstrafe für vorsätzliche Brandstifter einführten. Obwohl die Todesstrafe im Strafkodex des Landes für bestimmte Vergehen existierte, wurde sie seit 1993 nicht angewandt.

In den letzten Tagen verzeichneten die nordöstlichen Regionen Algeriens über hundert Waldbrände, von denen die meisten jedoch gelöscht wurden. Am Samstag erklärte Tebboune, dass er keine Möglichkeit ausschloss, dass die Brände auf vorsätzliche Handlungen zurückzuführen seien. Er betonte, dass angesichts der Intensität der Brände notwendige Ermittlungen durchgeführt werden sollten.

Der Präsident setzte eine Frist für die Gesetzesänderungen. Er legte den 15. September als Termin fest, bis zu dem das Gesetz angepasst werden müsse, um die Todesstrafe für jeden zu ermöglichen, der vorsätzlich in Waldgebieten Feuer entfachte. Gemäß dem aktuellen Gesetz bestraft die vorsätzliche Entzündung von Waldbränden mit einer Freiheitsstrafe von bis zu dreißig Jahren oder lebenslanger Haft in bestimmten Fällen.

Die verheerenden Brände zogen letzte Woche große Teile Nordalgeriens hinweg und verursachten weitreichende Zerstörungen. Zudem wurden Dutzende von Menschen verletzt und Tausende von Einwohnern vertrieben. Die Brände entfachten sich inmitten einer intensiven Hitzewelle in Nordafrika, wobei Algerien und Tunesien besonders betroffen waren.

Die zivilen Behörden Algeriens kämpften am Sonntag Nachmittag noch mit einigen der Brände. Die Algerische Presseagentur berichtete, dass achtzehn von neunzehn Bränden, die in den vorherigen vierundzwanzig Stunden ausbrachen, gelöscht worden waren. Der Präsident befahl zudem, Entschädigungen für die betroffenen Familien sowie Reparaturen an beschädigten Wohnhäusern und wesentlichen Dienstleistungen zu leisten.

Während Waldbrände in Algerien regelmäßig während der Sommermonate auftraten, verschärfte der Klimawandel die Intensität und Schwere der jüngsten Waldbrandereignisse im Land. Die Behörden leiteten zudem Untersuchungen über den Umfang der durch die Brände verursachten Schäden und Verluste ein.

AlgerienWaldbrandStrafrechtKlimawandel

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