Eine Klage der US-Bundesaufsichtsbehörde Federal Trade Commission (FTC) und einer Koalition von zwanzig zwei Bundesstaaten richtete sich gegen Amazon. Die Behörden behaupteten, das Unternehmen habe über eine Million Werbekunden durch die Manipulation von Online-Auktionen überhöhte Preise berechnet. Diese betrügerische Vorgehensweise generierte angeblich seit 2019 rund zwanzig Milliarden US-Dollar an Einnahmen für das Unternehmen.
Die Beschwerde legte dar, dass Amazon die tatsächlichen Ergebnisse der Auktionen durch höhere Preise ersetzt habe, um seine Gewinne zu steigern. Amazon wies die Anschuldigungen entschieden zurück und bezeichnete die Klage als irreführend. Das Unternehmen argumentierte, die Behörde verfehlte das Verständnis dafür, wie Werbetreibende operierten, da diese ihre Gebote nach realen Leistungsdaten anpassten, nicht nach den Mechanismen der Auktionen.
Zusätzlich zu den Werbekunden beklagten die Kläger, dass auch die Verbraucher durch die Weitergabe zusätzlicher Kosten belastet wurden. Die Beschwerde betonte, dass die Verbraucher substanzielle Schäden erlitten und diese weiterhin erlitten würden. Amazon erklärte in seiner Stellungnahme, dass die Behörde den Fall falsch interpretierte und die Angelegenheit nicht die Erhöhung der Preise für die Konsumenten betraf.
Die Klage beschuldigte Amazon zudem, in sogenannten „zweiten Preis“-Auktionen zusätzliche Gebühren erhoben zu haben. Dabei erwarteten potenzielle Werbetreibende, einen Cent über dem nächsthöheren Gebot für jede erfolgreiche Teilnahme zu zahlen. Dennoch behauptete die Beschwerde, Amazon habe seine eigenen Gewinnergebote bei den Sponsored Products-Anzeigen etwa achtzig Prozent der Zeit erhoben.
Das Unternehmen verzeichnete nach der Ankündigung der Klage einen Rückgang seiner Aktienkurse. Amazon hatte in der Vergangenheit bereits mit der FTC verhandelt. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen eine Einigung mit der Behörde erzielt, die sich auf die unautorisierte Einschreibung von Millionen von Verbrauchern in das Prime-Abonnement bezog. In dieser Angelegenheit zahlte Amazon eine Summe von 2,5 Milliarden Dollar an Strafen und Rückerstattungen.