Die Fläche, die im Amazonasgebiet Brasiliens im Jahr 2025 verbrannt wurde, war deutlich kleiner als im Vorjahr. Dies ergab ein deutliches Zeichen für eine Entlastung der Brandgefahr in der Region. Laut dem Überwachungsunternehmen MapBiomas verzeichnete das Gebiet im Jahr 2025 eine Verbrennung von 3,1 Millionen Hektar, verglichen mit den rekordverdächtigen 15,8 Millionen Hektar im Vorjahr. Diese Zahl stellte die kleinste Fläche dar, die MapBiomas seit ihrer Gründung im Jahr 1985 erfasste.
Diese jüngsten Zahlen dienten als positiver Impuls für die Wiederwahlkampagne des Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Die Entwicklung zeigte, dass es möglich war, die Brandgebiete im Land zu reduzieren. Vera Arruda, Forscherin am Amazon Environmental Research Institute und Koordinatorin bei MapBiomas, bemerkte, dass der Rückgang von 31 Prozent im Vergleich zum historischen Durchschnitt – primär bedingt durch die geringste Anzahl von Bränden in 41 Jahren – zwar erfreulich war, jedoch keinen Nachweis für eine etablierte Trendentwicklung lieferte.
Die Reduktion der Flächenbrände betraf nicht nur den Amazonas, sondern das gesamte brasilianische Territorium. Im Jahr 2025 verbrannte Brasilien etwa 12,7 Millionen Hektar, während es im Vorjahr 30 Millionen Hektar verbrannt hatte. Dieser Rückgang reflektierte teilweise die Entspannung der beispiellosen Brände von 2024, die den Klimaservice Copernicus auf „klimatische Extreme und menschliche Aktivitäten“ zurückführte. Die kühlere La-Niña-Situation half dabei, die Brandgefahr zu mindern.
Dennoch warnte MapBiomas vor den natürlichen Wettermustern des El Niño. Dieses Phänomen, welches die globalen Temperaturen ansteigen lässt, konnte die Trockenzeit dieses Jahres verlängern und das Risiko von Waldbränden erhöhen. Die Regenwälder, wie der Amazonas, absorbieren große Mengen an planetenwärmendem Kohlendioxid und dienten als wichtiger Klimaregulator. Sie standen jedoch unter zunehmendem Druck durch jahrzehntelange Entwaldung für Landwirtschaft und Holzeinschlag sowie durch den Klimawandel, der die Bedingungen für größere Brände schuf.
Präsident Lula versprach bei seiner Amtsaufnahme, die Entwaldung zu beenden, welche während der Amtszeit seines Vorgängers Jair Bolsonaro stattfand. Bolsonaro argumentierte, dass mehr Landwirtschaft und Bergbau in der Amazonasregion die Armut reduzieren würden. Während Umweltaktivisten ihn jedoch dafür kritisierten, dass er die Entwaldung beschleunigte. Drei Jahre in seiner Amtszeit stieg die Menge der abgeholzten Bäume im Amazonasgebiet um 75 Prozent. Lula versprach am ersten Tag seiner Amtszeit, „Null-Entwaldung im Amazonasgebiet“ zu erreichen. Kritiker bemängelten jedoch seine Entscheidung zur Genehmigung von Ölförderung am Mündungswasser des Amazonas, was im Widerspruch zu seinem Schutzversprechen stand.