Ana María, eine 23-jährige Frau, berichtete über eine schreckliche Erfahrung nach ihrer Verhaftung durch die Grenzschutzbehörde. Sie hatte zunächst ein positives Leben in den Vereinigten Staaten geführt, arbeitete und baute sich in der Gemeinschaft ein. Doch nach ihrer Festnahme durch die Behörde erlebte sie eine so grausame Behandlung, dass sie in Verzweiflung der Deportation nach ihrem Heimatland in Südamerika zustimmte. Sie wurde innerhalb weniger Monate an mindestens sechs verschiedenen Haftstätten geschleust und jedes Mal mit Ketten gefesselt, was ihr eine erhebliche Demütigung bescherte. Trotz fehlender Straftaten in den USA oder ihrem Heimatland erlebte sie diese Behandlung.
In ihren Gesprächen erklärte sie, die Insassen würden schlechter behandelt als Kriminelle, wie Hunde. Sie beschrieb die physischen Qualen detailliert: Die Ketten wurden so eng an ihre Gliedmaßen gespannt, dass sie Narben hinterließen und es ihr unmöglich machten, zu gehen. Sie berichtete, dass die Fesseln so fest waren, dass sie kaum atmen oder liegen konnte, und dass die Wärter sie mit den Armen packten, um sie schneller laufen zu lassen. Diese Behandlung war zutiefst entwürdigend.
Die Reise von der Verhaftung zur Deportation war ein Albtraum. Nach ihrer ersten Flugreise durch die Behörden wurde sie nach Louisiana gebracht und dann in verschiedene Haftzentren in Arizona und Texas geschleust, stets mit den Fesseln. Sie berichtete von mangelnder Kommunikation; wenn sie nach den Gründen für ihre Verlegung fragte, erhielten sie keine Auskunft. Die hygienischen und ernährungsbedingten Zustände in den Haftanstalten waren ebenfalls katastrophal. Sie erlebte unzureichende Nahrung und wurde von den Wärtern ignoriert, als sie um Essen bat. Sie erinnerte sich an Momente, in denen die Personalmitarbeiter ihre eigenen Mahlzeiten vor den Gefangenen aßen, während sie selbst hungrig waren.
Ana María suchte Schutz in Kanada, doch die Situation entwickelte sich schnell zu einem weiteren Drama. Als sie Asyl bei der kanadischen Polizei beantragte, beschuldigte sie ihren Freund, sie zu handeln, was zu ihrer Rückführung in die USA führte. Diese Erfahrung verstärkte ihre Angst vor den Anti-Einwanderungsmaßnahmen und den anhaltenden Verfolgungen. Sie verlor die Hoffnung auf eine Zukunft in den Vereinigten Staaten, da sie die Bedingungen in der Detention und die ständigen Bedrohungen nicht mehr ertragen konnte.
Die Organisation „Güeras Aliadas“ zeigte, wie schwierig es für Familien war, Verhaftete zu lokalisieren, da die Behörden die Kommunikation unterbrachen. Ana María verlor den Kontakt zu ihrer Familie, was ihre Verzweiflung vertiefte. Sie verlor die Vorstellung von ihrem Leben in den USA, das sie als unabhängig und aufsteigend empfand. Sie hoffte, dass ihre Geschichte helfen könnte, die Situation zu ändern und dass die Öffentlichkeit die Realität der Bedingungen in der Detention erkannte.