Zeugen berichteten am Freitag über gezielte Angriffe auf einen Taxifahrer und einen Lieferfahrer für ein Fahrradtaxi in Leith. Die Vorfälle, die mutmaßlich gegen Muslime und Menschen unterschiedlicher Herkunft gerichtet waren, begannen in der Nähe einer Moschee im Westen Edinburghs und es folgten weitere Vorfälle entlang der Leith Walk im Osten der Stadt.
Am Samstagabend bestätigte die Polizei, dass ein 38-jähriger weißer schottischer Mann im Zusammenhang mit mehreren Vorfällen angeklagt wurde. Fünf Männer im Alter zwischen 22 und 39 Jahren erlitten Verletzungen, wobei vier von ihnen zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht wurden. Die Einheit für Terrorismusbekämpfung der Polizei Schottland beteiligte sich an der Untersuchung, welche auch Drohungen, Raub und Vandalismus umfasste, jedoch noch kein Terrorvorfall deklariert hatte.
Am Sonntag versammelten sich etwa hundert lokale Bürger, darunter mehrere Abgeordnete, Stadträte und Aktivisten der Mieterunion und der Scottish Green Party, entlang der Leith Walk, um eine spontane Kundgebung zu organisieren. Nat Gorodnitski, eine Klimaaktivistin, erklärte, die Demonstration sollte beweisen, dass der Angriff eine Ausnahme sei. Sie hoffte, dass die Anwesenheit der Menschen in der Gegend signalisierte: „Wer Angst hat, sein Zuhause zu verlassen oder sich unsicher fühlt, diese Demonstration sagt: Sie sind sicher, Sie gehören hier.“
Zeugen berichteten von einer brutalen Szene, bei der ein weißer Mann, der nackt war, ein Messer in die Tür einer Pizzalieferung stellte und die Passanten zum Verlassen zwang. Es wurde berichtet, dass der Täter ein Minivan angegriffen und versucht hatte, dessen Fenster mit einem Metallgegenstand zu beschädigen. Weiterhin soll der Angreifer einen Lieferfahrer auf dem Fahrrad mit einer Waffe angegriffen und geschlagen haben.
Ein lokaler Geschäftsinhaber betonte die Seltenheit solcher Gewalt in seinem Viertel. Er schilderte die Situation als eine multinationale Gemeinschaft, in der Menschen aus allen Ländern und Hintergründen lebten. Eine andere Frau äußerte ihre Besorgnis über die Verbreitung von Hass: „Es ist beängstigend zu sehen, wie Hass angefacht wird. Das Maß an Komfort, mit dem diese Menschen rechtspopulistische und abstoßende rassistische Ansichten äußern, ist beunruhigend.“
Der Premierminister sprach sich entschieden gegen jegliche Form von Gewalt aus. Er betonte, dass es keinen Platz für rassistische oder glaubensbasierte Gewalt in Schottland gäbe. Er forderte alle Bürger auf, sich in völliger Verurteilung der „heuligen“ Angriffe zu vereinen und versicherte, dass seine Regierung an der Spitze der Bekämpfung aller Formen von Gewalt und Vorurteilen stehen würde.