Die Kinderrechtsorganisation NSPCC berichtete über einen deutlichen Anstieg der Online-Erpressungsversuche, bei denen Kinder mit expliziten Bildern bedroht wurden. Im vergangenen Jahr stiegen die Kontakte zur Childline-Dienstleistung bezüglich Online-sexueller Missbrauch und Ausbeutung um 36 Prozent, was auf eine Zunahme der Fälle der Online-Erpressung zurückzuführen war. Die Beweise für diesen Anstieg lieferten die Abgeordneten, die die Aufrechterhaltung des Status quo in der Regulierung sozialer Medien als inakzeptabel erachteten, bevor die Frist für Einreichungen bei einer Regierungsberatung zur Online-Sicherheit ablief.
Die Organisation stellte dar, dass die häufigsten Formen der Erpressung die finanzielle „Sextortion“ waren. Opfer wurden dazu verleitet, explizite Selbstporträts zu senden, und erhielten anschließend Forderungen nach Geld im Austausch gegen die Nichtveröffentlichung der Bilder. Ebenfalls berichteten die Kinder über Bedrohungen mit Bildern, die von Mobiltelefonen entwendet und mithilfe von künstlicher Intelligenz in explizite Darstellungen umgewandelt wurden. Zudem wurden sie von ehemaligen Partnern zur Zusendung neuer expliziter Bilder gezwungen.
In den Beratungsgesprächen der Childline wurden die Bedrohungen in zwei von fünf Fällen thematisiert. Im Jahr 2023 meldeten die Organisation 2.444 Fälle von Online-sexuellem Missbrauch und Ausbeutung, wobei 1.043 dieser Fälle die Erpressung betrafen. Kinder berichteten dem NSPCC, sie wurden von Kriminellen getrickst, nackte Selbstporträts zu senden, oder wurden aufgefordert, Fotos an ältere Männer zu senden, woraufhin sie mit der Veröffentlichung expliziter Videos bedroht wurden.
Experten rieten die Schulen, Bilder von Schülern aus ihren Webseiten und sozialen Medien zu entfernen, da Erpresser diese Bilder mithilfe von künstlicher Intelligenz in explizite Darstellungen umwandelten. Chris Sherwood, der Vorstandsvorsitzende des NSPCC, betonte die Notwendigkeit, dass die Regierung die Sicherheitsberatung als Ausgangspunkt nutzte, um Technologieunternehmen dazu zu zwingen, die digitalen Räume für junge Nutzer sicher zu gestalten. Die Beratungsrunde befasste sich mit einem möglichen Alterslimit von unter sechzehn Jahren für den Zugang zu sozialen Medien sowie mit Einschränkungen bei Livestreams oder süchtig machenden Funktionen wie endlosem Scrollen.
Das NSPCC warnte davor, dass ein Verbot für unter sechzehnjährige „unbeabsichtigte Folgen“ haben könnte, beispielsweise Kinder auf gefährliche Plattformen ausgesetzt zu lassen, sobald sie sechzehn Jahre alt wurden. Die Organisation forderte die Minister, das Gesetz zur Online-Sicherheit zu stärken und forderte die Entwicklung von Software auf Smartphones, die nackte Bilder blockierten. Abgeordnete betonten, dass weitere Schutzmaßnahmen auf den sozialen Medien erforderlich seien und dass Unternehmen mehr Daten über die Auswirkungen ihrer Plattformen auf Kinder sowie eine größere Transparenz der Algorithmen, welche die Feeds der Kinder kuratierten, bereitstellen müssten.
Die Regierung antwortete auf den Bericht des NSPCC, dass das Gesetz zur Online-Sicherheit bereits Kinder vor Online-Schäden wie Mobbing schützte und dass sie mit Technologieunternehmen zusammenarbeiteten, um zu verhindern, dass Minderjährige nackte Bilder teilen oder nehmen. Ein Sprecher der Regierung erklärte, dass sie nicht zögern würden, weiter zu handeln, um die Sicherheit von Kindern im Netz zu gewährleisten, weshalb sie alles konsultierten, von Altersgrenzen und App-Sperrstunden bis hin zu einem vollständigen Verbot.