Eine Anti-Abortionistin nutzte ein Bild von angeblichen Zwillingen, um Unterstützung für eine politische Kundgebung zu sammeln. Die Aktivistin Joanna Howe verbreitete das Foto, das angeblich abgbrochene Zwillinge namens Ruth und Emma zeigte. Experten und digitale Forensik-Spezialisten stellten jedoch die Authentizität des Bildes infrage. Die Analyse ergab, dass die abgebildeten Körper nicht dem Produkt einer Abtreibung entsprachen.
Eine digitale Forensik-Expertin, die für die Guardian Australia beauftragt wurde, untersuchte das Bild. Sie stellte fest, dass es höchstwahrscheinlich ein Sugar Glider (Petaurus breviceps) oder möglicherweise ein anderes Marsupial wie ein Opossum darstellte. Die digitale Untersuchung zeigte, dass das Bild mit hoher Wahrscheinlichkeit aus einem Video auf der Plattform TikTok stammte, das im Januar veröffentlicht worden war und von fast vierundzwanzig Millionen Menschen gesehen wurde.
Es bestand eine äußerst geringe Wahrscheinlichkeit, dass das Bild menschliche Embryonen zeigte. Die Form, die Kopfproportionen und andere Merkmale des Bildes entsprachen den Merkmalen von Marsupialen und nicht von Menschen. Ein Tierarzt für Wildtiere und Glider-Experte bestätigte diese Einschätzung. Er erklärte, dass ein menschlicher Embryo eine andere Gliedmaßen- und Kopfform besaß und in diesem Stadium einen deutlichen Nabelschnur sowie eine Membran aufwies, die bei einer Abtreibung entfernt wurde.
Medizinische Sachverständige bekräftigten die These der Tierärzte. Sie merkten an, dass, wenn die Objekte das Ergebnis einer Abtreibung gewesen wären, jemand sie für das Foto aufgeräumt hatte, da ihnen wichtige Gewebe wie die Plazenta, die Plazenta und die Nabelschnur fehlten. Eine weitere medizinische Spezialistin erklärte, dass die abgebildeten Personen nicht als menschlich verifiziert wurden und dass bei einer Abtreibung Blutgerinnsel und Membranen vorhanden gewesen wären. Es erschien unwahrscheinlich, dass eine gestresste Frau diese Fötus verloren und sie dann sorgfältig für die Fotografie vorbereitet hatte.
Howe nutzte das Bild, um Unterstützung für eine Kundgebung am 2. Juni in Sydney zu mobilisieren. Sie kündigte an, dass der ehemalige Spitzenkandidat der Nationals Partei, nun Abgeordneter der One Nation, Barnaby Joyce, bei der Versammlung sprechen würde. Howe verfolgte mit dieser Taktik das Ziel, den Zugang zur Abtreibung umfassend zu beschränken. Sie erklärte in einer Debatte, dass sie die Abtreibung für Mord hielt und dass alle Beteiligten der Tat strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden sollten.
Die Taktik des Bildverwendens wurde von medizinischen Experten als Versuch beschrieben, die Rechte auf Abtreibung zu untergraben. Die SA Abortion Action Coalition kritisierte diesen „inkrementellen“ Ansatz, da er den Zugang zur medizinischen Versorgung untergrub und die Entkriminalisierung der Abtreibung schwächte. Abgeordnete beschrieben die Kampagnen von Howe als Bedrohung und Mobbing durch Dritte. Die Diskussion um Abtreibung blieb ein emotional aufgeladenes Thema, das die Sensibilität der Situation verdeutlichte.