Eine königliche Kommission hörte während ihrer vierten öffentlichen Anhörung Zeugenaussagen, die auf eine Verschiebung der gesellschaftlichen Stimmung hin zu einem Antisemitismus hindeuten. Der australische Botschafter für den Kampf gegen Antisemitismus berichtete, dass die Feindseligkeit gegenüber Juden nahezu modisch geworden sei. Zudem äußerte eine Pflegefachkraft, dass das Gesundheitswesen in New South Wales für jüdische Menschen nicht sicher sei, was auf eine breitere Gefahr für Menschen mit diversen Hintergründen verweist.
Viele jüdische Australier erlebten in den letzten Jahren erheblichen Druck, ihre Identität in beruflichen und sozialen Kontexten anzupassen. Einige Mitarbeiter wurden aufgefordert, ihre Namen weniger offensichtlich jüdisch zu gestalten, und andere erlitten verbale Angriffe von Kollegen. Diese Erfahrungen führten zu einem Gefühl der Scham und zur Überlegung, ob eine offene jüdische Identität am Arbeitsplatz möglich sei. Zudem suchten jüdische Australier psychologische Unterstützung, um den wachsenden Belästigungen und der sozialen Ausgrenzung entgegenzuwirken.
Die Berichte betrafen auch den akademischen Bereich, wo einige Kollegen eine Facebook-Gruppe verließen, da diese nicht länger ein sicherer Raum für Diskussionen über Israel darstellte. Führungskräfte in verschiedenen Organisationen äußerten sich ebenfalls zurückhaltend, was durch die Angst vor negativen Reaktionen oder mangelndes Verständnis bedingt war. Diese Haltung änderte sich jedoch nach Terroranschlägen, da eine Realisierung eintrat, dass die erlebten Probleme keine isolierten Vorfälle, sondern eine reale und gefährliche Bedrohung für das Land darstellten.
Die Regierungsinvestition für den Kampf gegen Antisemitismus stellte fest, dass die Verwechslung des israelischen Staates mit jüdischen Menschen die schnellst wachsende Form des Antisemitismus in Australien sei. Diese Entwicklung führte dazu, dass junge Australier besonders feindselig gegenüber jüdischen Menschen wurden. Die Berichte zeigten zudem, wie berufliche Konsequenzen folgten, beispielsweise durch den Verlust von Arbeitsplätzen oder die Verweigerung von kulturellen Ausdrucksformen in medizinischen Einrichtungen.