Die Untersuchungskommission zum Antisemitismus und zur sozialen Kohäsion hörte Beweismittel zur Verbreitung antisemitischer Inhalte und anderer Formen von Hassrede in der Online-Umgebung sowie in traditionellen Medien und Rundfunken. Während dieser Prozess stattfand, berichtete ein Mitglied der Labor-Fraktion, dass die Angriffe auf seinen Partner Georgie Purcell verstärkt wurden, weil sie mit ihm verbunden war und durch Misogynie verstärkt wurden.
Purcell erlitt erhebliche Belästigungen. Er lieferte der Kommission Beispiele für die Aggressionen, die er erlebte, darunter die Bezeichnung als „genozidischer Zionist“ und die Vermutung, dass ein Angriff auf sein Büro ein Insider-Vorgehen gewesen sei. Kommentare, die Purcell zugesandt wurden, thematisierten ihre Beziehung und enthielten beleidigende Formulierungen, die die antisemitische Belästigung durch misogynistische und oft sexualisierte Kommentare verschärften.
Der Schutz der Zeugen wurde ebenfalls zum zentralen Thema. Tahli Blicblau, Geschäftsführerin der Dor Foundation, erklärte der Kommission, dass diejenigen, die Zeugenaussagen über ihre Erfahrungen mit Antisemitismus lieferten, „mehr davon erlebten“. Sie berichtete, dass diese Personen online und über soziale Medien in großer Menge angegriffen und misshandelt wurden.
Sie präsentierte 275 Beispiele solcher Beiträge, die explizite Aufrufe zu Gewalt und Mord, entmenschlichende Sprache, herabsetzende Beleidigungen sowie die Verherrlichung Hitlers und die Glorifizierung des Holocaust enthielten. Zudem existierten Verschwörungstheorien über Zeugen, die als Krisenakteure dargestellt wurden.
Datenanalysen zeigten, dass vor dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober auf Israel die Basisrate für Hassinhalte gegen Juden auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) sehr niedrig war. Nach dem Angriff stieg die Menge der Hassrede jedoch an und blieb auf einem erhöhten Niveau. Die Forschung ergab, dass sowohl anti-jüdischer als auch anti-muslimischer Hass nach großen Ereignissen anstieg und auf hohem Niveau blieb.
Ein weiterer Befund zeigte, dass reale Vorfälle, die in den Medien berichtet wurden, auf sozialen Medien zirkuliert wurden. Der Wissenschaftler Matteo Vergani betonte, dass Online-Hass durch Offline-Ereignisse ausgelöst wurde. Er postulierte, dass es eine kosteneffiziente Methode gäbe, Hass zu verfolgen, einzugreifen oder ihn zu verhindern, ohne auf „Zensur und andere harte, drastische Eingriffe“ zurückgreifen zu müssen.