Vier der bedeutendsten Kunstwerke des 15. Jahrhunderts des Renaissance-Meisters Antonello da Messina wurden während eines nationalen Feiertags aus einem Museum in der sizilianischen Hafenstadt Messina gestohlen. Die Diebe verschafften sich am Samstagabend Zugang zum regionalen Museum Messina, dem MuMe, möglicherweise durch die Nutzung der Aufmerksamkeit, die auf das La Vara-Fest fiel, welches die Stadt am 15. August feierte, als Italien den Ferragosto-Feiertag markierte.
Die Gruppe umging die Alarmsysteme und brach in eine Sicherheitsauslage ein, um vier Holzpaneele von Antonello zu entwenden. Von den fünf überlebenden Teilen des Altarträgers, bekannt als Polittico di San Gregorio, wurden drei gestohlen. Dieses Werk galt als eines der wichtigsten Werke des sizilianischen Malers. Ursprünglich bestand der Altarträger aus sechs Paneelen, die für das Monastero di San Gregorio geschaffen worden waren, welches im Erdbeben von Messina 1908 zerstört wurde. Der Altarträger war das einzige Werk des sizilianischen Malers, das seine Heimatstadt nie verlassen hatte.
Ein viertes Werk wurde aus einer gesicherten Vitrine entwendet: ein kleines, doppelseitiges Gemälde, das die Jungfrau und das Kind mit einem Franziskanermönch auf einer Seite und Christus auf der anderen darstellte. Dieses Gemälde gehörte der Wilhelm Soldan-Sammlung und wurde 2003 von Christie’s an die sizilianische Regionalregierung verkauft, im Jahr, in dem es Antonello zugeschrieben wurde.
Antonello wurde um 1430 geboren und studierte in Neapel, wo er die Werke von Provenzalern und flämischen Künstlern studierte. Der Einfluss dieser Schulen zeigte sich deutlich in seinen eigenen Schaffen. Im Februar sicherte die italienische Regierung ein seltenes Antonello-Meisterwerk auf einer Auktion in New York und verbrachte dafür 14,9 Millionen Dollar. Das Gemälde, das bei Sotheby’s verkauft wurde, zeigte Christus in seiner leidenden Form und wurde um 1460 vollendet.
Die Tat erfolgte nach der Entdeckung von drei Gemälden französischer Meister Paul Cézanne, Pierre-Auguste Renoir und Henri Matisse, die bereits zu Beginn dieses Jahres aus einem privaten Museum in der Nähe der nördlichen Stadt Parma gestohlen worden waren. Die Polizei in Italien untersuchte die Hintergründe der gestohlenen Kunstwerke intensiv.