Ein Anwalt für einen prominenten palästinensischen Mediziner aus Gaza berichtete der BBC, dass sein Mandant in israelischer Haft schwer misshandelt worden sei. Der Arzt, der seit über achtzehn Monaten ohne Anklage von israelischen Behörden in Haft gehalten wurde, äußerte große Sorge um sein Leben. Bei einem Treffen mit dem Arzt fand der Anwalt an einem bekannten Verhörzentrum statt, wo sein Mandant angeblich so heftig geschlagen worden sei, dass er sein Gesicht nicht mehr erkennen konnte.
Der Anwalt berichtete, dass der Arzt mehrere Male den Bewusstseinsverlust erlebte. Er erklärte, dass er in der Haft erhebliche Gewalt ausgesetzt gewesen sei, insbesondere am Tag des Besuchs. Der Arzt versicherte, dass er von über fünf Wachen mit Händen, Schlagstöcken und Hämmern angegriffen worden sei. Er beschrieb, wie blaue Flecken sein Gesicht, seine Augen, seinen Nacken und seine Ohren bedeckten. Er berichtete von extremer Erschöpfung und Unfähigkeit zu atmen, und äußerte tiefgreifende psychische Qualen. Der Arzt sprach von einem Zustand der Verzweiflung und der Überzeugung, dass jemand seine Existenz beenden wollte.
Die israelische Gefängnisbehörde lehnte die Darstellung des Anwalts in einer Erklärung als unwahr ab. Die Behörde gab an, dass die Vorwürfe keine sachliche Grundlage besaßen. Sie lieferte keine Informationen über den genauen Haftstatus oder den medizinischen Zustand des Mannes, sondern betonte, dass alle Häftlinge nach dem Gesetz behandelt wurden und medizinische Versorgung gemäß den Richtlinien des Gesundheitsministeriums erhielten. Die Behörde wies jegliche Anschuldigungen von Missbrauch, Folter oder Verweigerung medizinischer Behandlung zurück.
Die israelische Oberste Gerichtshof befahl der Regierung, bis Dienstag auf eine Petition zu reagieren, welche die Freilassung von Abu Safiya und dreizehn weiteren palästinensischen Ärzten aus Gaza forderte. Internationale Organisationen reagierten auf die Situation. Das UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierung adoptierte eine Stellungnahme, die die Inhaftierung von Abu Safiya als willkürlich bezeichnete und seine sofortige Freilassung forderte. Experten des Gremiums äußerten zudem die Befürchtung, dass der Fall auf eine weit verbreitete oder systematische Praxis der willkürlichen Inhaftierung in dem Land hindeutete.