FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Politik

Arbeitslosenhilfe: Reform des Systemmodells in Australien

Ministerin Rishworth kündigte eine Aufteilung der Dienstleistungen an, Kritik an der Privatisierung blieb.

Die Arbeitsministerin Amanda Rishworth verkündete eine grundlegende Überarbeitung des Systems der Beschäftigungsdienste. Sie erklärte, dass die bisherige „Einheitslösung“ in drei separate Bereiche aufgespalten werde, abhängig vom Qualifikationsniveau und der Arbeitsbereitschaft der Jobsuchenden. Diese Neuerung sollte das Problem der unendlichen Bewerbungen für unpassende Stellen beenden und die Unterstützung individualisieren.

Die neuen Strukturen umfassten einen digitalen Dienst für Personen, die arbeitsbereit waren, aber Hilfe bei der Jobsuche benötigten. Ein zweiter Bereich sah einen „zielgerichteten Anbieterbetrieb“ vor, der darauf abzielte, Fähigkeiten und Selbstvertrauen aufzubauen. Für Personen mit komplexen Anforderungen vorgesehen wurden intensivere Dienste, die mehr Zeit, Flexibilität und Unterstützung boten.

Ministerin Rishworth betonte, dass die gegenseitigen Verpflichtungen (Mutual Obligations) weiterhin Bestand hatten, jedoch mussten diese Aktivitäten „sinnvoll“ gestaltet werden und den individuellen Umständen angepasst sein. Sie argumentierte, dass Bewerbungen für Stellen, die in den Zielplan passten, angemessen seien, während unbegrenzte Bewerbungen für Personen ohne arbeitsreife Fähigkeiten sinnlos seien.

Trotz der Ankündigung kritisierten Verbände und Gewerkschaften die Reformen scharf. Sie bezeichneten die Änderungen als unzureichend und bemängelten, dass das privatwirtschaftlich betriebene Modell gescheitert sei. Einige Kritiker warfen der Regierung vor, die eigene Untersuchung zur Privatisierung der Beschäftigungsdienste nicht vollständig umgesetzt zu haben. Sie sahen in den Reformen lediglich eine kosmetische Anpassung, die die grundlegenden Mängel des Systems nicht behob.

Organisationen wie die Australian Council of Social Services forderten sogar die vollständige Abschaffung des Systems der gegenseitigen Verpflichtungen. Gewerkschaften äußerten tiefe Enttäuschung darüber, dass die privatisierten Dienstleistungsmodelle den Jobsuchenden und die Arbeitgeber bereits stark geschädigt hatten. Sie mahnten, dass Fortschritte nicht bei der aktuellen Ankündigung enden dürften, um die tiefgreifende Überarbeitung des gesamten Systems zu erreichen.

AustralienArbeitsmarktSozialpolitik

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp