Armenien postulierte, seine geografische Lage könne zu einem strategischen Knotenpunkt zwischen Ost und West werden. Diese Vorstellung, dass das Land eine zentrale Achse der Eurasischen Landmasse darstellte, gewann an Bedeutung. Die Möglichkeit, durch die Öffnung der Grenzen zu den Nachbarn, insbesondere zu Aserbaidschan, eine Verbindung zu Westchina und Europa herzustellen, wurde als entscheidend erachtet. Premierminister Nikolsch Nikolajans behauptete, dass die geografische Position Armeniens sich dadurch veränderte. Er erklärte, dass die kürzeste Route zwischen Ost und West durch das Land verlief. Der Außenminister Ararat Mirzoyan betonte, dass das Ziel der Regierung lag, die Geographie Armeniens zu einem strategischen Gut zu machen. Er argumentierte, dass das Land eine Brücke und kein Hindernis werden müsse. Nur durch diese Verbindung könne Armenien seine Existenz und Souveränität sichern und seinen friedlichen Wohlstand garantieren.
Die Vision einer Verbindung zwischen Europa und Zentralasien, dem fernen Osten sowie Indien und China, manifestierte sich in Plänen wie der sogenannten Trump-Route für Frieden und Wohlstand. Diese Idee, die über armenischem Territorium errichtet wurde, stellte nur einen Teil dieser neuen Vernetzung dar. Diese geopolitische Strategie beeinflusste auch die zukünftige Identität Armeniens. Sie lenkte die Wahl auf die Entscheidung, ob die Partei von Nikolsch Nikolajans die Forderung nach einer „Wahren Armenien“ unterstützte oder eine historische Identität mit Verlusten und historischen Belastungen beibehielt. Diese Doktrin erforderte einen schmerzhaften Frieden mit Aserbaidschan und eine Abkehr von Russland hin zur Europäischen Union. Diese Wende wurde von der Partei als „diversifizierte Außenpolitik“ bezeichnet, brachte jedoch auch Kontroversen mit sich, beispielsweise die Entfernung des Symbols Ararat aus den Passstempeln.
Die Wahlkampfphase zeigte die Spannungen deutlich. Die Partei von Nikolsch Nikolajans erlebte nach zwei militärischen Niederlagen gegen Aserbaidschan im Jahr 2020 und 2023 eine erhebliche Demütigung. Die zweite Niederlage führte zur erzwungenen Vertreibung von hunderttausend Armeniern aus dem Enklavegebiet Nagorno-Karabakh. Die Vertriebenen suchten Schutz in Jerewan und fürchteten um ihr Erbe. Zudem blieben neunzehn Gefangene aus dem Krieg in Baku inhaftiert.
Die politischen Gegner, darunter pro-russische nationalistische Parteien, stellten eine ernste Bedrohung dar. Samvel Karapetyan, ein russisch-armenischer Milliardär, der Gründer des Tashir-Konglomerats war, kritisierte Nikolsch Nikolajans und drohte mit einer möglichen Verschiebung der politischen Richtung. Karapetyan forderte die Nationalisierung des Stromnetzes und versuchte, die politische Landschaft durch wirtschaftliche Macht zu beeinflussen. Humanrechtsaktivisten äußerten Bedenken, dass Nikolsch Nikolajans Populismus an autoritäre Tendenzen grenzte. Sie hinterfragten die Unterstützung durch europäische Staatsmänner.
Die Verhandlungen über den Friedensvertrag stießen auf weitere Hürden. Aserbaidschan forderte die Entfernung einer Verweisung auf die Unabhängigkeitserklärung aus der Verfassung Armeniens. Die Partei von Nikolsch Nikolajans versprach, die Verfassung neu zu schreiben, um eine Volksabstimmung zu ermöglichen. Nikolsch Nikolajans versicherte, dass das Land nicht aufgeben würde und Frieden sowie offene Grenzen der richtige Weg für Armenien und die gesamte Region seien. Die Möglichkeit, dass Aserbaidschan Zugeständnisse machte, bevor die Wahlen stattfanden, hätte die Chancen der Partei verbessert. Die Frage, wie weit Nikolsch Nikolajans von Moskau nach Europa abdriften konnte, blieb offen, während die russische Politik subtile Signale gegen den proeuropäischen Kurs Armeniens aussandte.