Ein amerikanischer Arzt, der in der Demokratischen Republik Kongo Ebola erkrankte, flog zur Behandlung nach Deutschland. Dies geschah, als die Weltgesundheitsorganisation die „Größe und Geschwindigkeit“ des Ausbruchs warnte. Mit ihm reisten seine Frau und vier Kinder. Die Behörden berichteten über mindestens 134 vermutete Todesfälle und über 500 Fälle des hämorrhagischen Bundibugyo-Virus, welches keine zugelassenen Behandlungen oder Impfstoffe besaß. Der Ausbruch breitete sich in städtische Gebiete aus und wurde als Gesundheitsnotstand deklariert, der eine internationale Reaktion erforderte.
Dr. Peter Stafford, Chirurg und Leiter der christlichen Missionsgruppe Serge, erklärte, er habe unwissentlich einen Patienten mit Ebola operiert, bevor der Ausbruch entdeckt wurde. Seine Frau, Rebekah Stafford, ebenfalls Ärztin, und ihre Kinder wurden hinsichtlich möglicher Symptome der Krankheit überwacht. Nach Angaben von Führern der Missionsgruppe war der infizierte Chirurg kaum in der Lage, selbstständig zu stehen, als er nach Deutschland reiste. Dr. Scott Myhre, Bereichsleiter für Serge, beschrieb Stafford als „sehr müde und sehr krank“ bei seiner Abreise. Er betonte, dass der Arzt in voller persönlicher Schutzausrüstung (PSA) unterwegs war und kaum noch die Kraft hatte, zu gehen.
Stafford arbeitete im Krankenhaus Nyankunde in der Provinz Ituri der Demokratischen Republik Kongo, wo die Afrikanischen Zentren für Krankheitskontrolle den Ebola-Ausbruch erstmals bestätigten. Er hatte einen 33-jährigen Patienten mit starken Bauchschmerzen operiert. Ärzte vermuteten zunächst eine Gallenblaseninfektion. Dr. Myhre erklärte jedoch, Stafford habe eine Bauchoperation durchgeführt und festgestellt, dass die Gallenblase normal war, was ihn jedoch nicht davon abhielt, dass der Patient am darauffolgenden Tag starb.
Der Patient wurde bestattet, bevor er auf Ebola getestet werden konnte. Stafford entwickelte jedoch Symptome und testete am Sonntag positiv, wie die US-Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention berichteten. Die Weltgesundheitsorganisation gab in einem aktualisierten Hinweis am Mittwoch an, dass nun über 600 vermutete Fälle und 139 vermutete Todesfälle durch das Virus verzeichnet wurden, hauptsächlich in der Demokratischen Republik Kongo. Die Organisation stellte fest, dass das Risiko einer globalen Pandemie gering war, doch die Bedrohung für die Länder in der Region als gravierend erachtet wurde.
Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, äußerte sich pessimistisch. Er sagte, man erwarte die Zahlen, würden weiter steigen, und betonte, dass die Größenordnung der Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo wesentlich größer sei.