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Umwelt

Asbest in Spielsand: Sicherheitsaussagen basierten auf unbestätigten Herstellerbewertungen

Nach Tests zeigte sich, dass 90 Prozent der Proben Asbest freisetzten, was zu weitreichenden Rückrufen führte.

Die Sicherheitsgarantien bezüglich Asbest in Spielsand in Australien und Neuseeland stützten sich auf die eigenen Bewertungen der Lieferanten. Schulen, Einzelhändler und Regierungsbehörden versicherten den Eltern, dass Asbestbelasteter Spielsand ein geringes Gesundheitsrisiko darstellte, basierend auf einer Herstellerbeurteilung, die nicht unabhängig überprüft wurde. Die Öffentlichkeit erfuhr, dass diese Botschaften schnell verbreitet wurden, nachdem eine Reihe von Produkten der Marke Educational Colours im November 2025 aus den Regalen genommen worden war, da Proben Asbest enthielten. Diese Situation führte zu über zwanzig ähnlichen Rückrufen bei verschiedenen Marken und Händlern.

Konsumenten erwarben über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren Zehntausende von Kartons mit potenziell kontaminiertem Sand, und diese Produkte dienten Hunderten von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen in Australien und Neuseeland. Die australische Wettbewerbs- und Verbrauchkommission (ACCC) beriet bis zu diesem Zeitpunkt, dass toxische Asbestfasern nur dann in die Luft freigesetzt wurden, wenn der Sand durch mechanische Verfahren wie Zerkleinerung oder Pulverisieren bearbeitet wurde. Diese Empfehlung resultierte aus einer Risikobewertung, die Educational Colours selbst in Auftrag gab, welche keine zusätzliche Prüfung oder sogar eine visuelle Inspektion der kontaminierten Produkte beinhaltete und nie öffentlich gemacht wurde.

Die Sicherheitsaussage des Lieferanten wurde zur offiziellen Position der australischen und neuseeländischen Regierungen, obwohl sie keine zusätzlichen Beweise für diese Behauptung besaßen. Die Auckland University of Technology (AUT) stellte jedoch die Behauptung in Frage, als ihre Tests zeigten, dass 90 Prozent der Bastelsandproben Asbest in die Luft freisetzten, wenn sie gespielt wurden. Gleichzeitig stellte die neuseeländische Arbeitsaufsichtsbehörde die australischen Rückruferklärungen von Anfang an in Frage, da ihre eigenen Tests zeigten, dass die Asbestfasern eine atmungsfähige Größe besaßen.

Ein Sprecher von WorkSafe NZ erklärte, dass die Aufsichtsbehörde stets geraten hatte, dass potenziell betroffene Sandprodukte als friable Asbesthaltiges Material verwaltet, entfernt und entsorgt werden mussten, bis das Gegenteil bewiesen war. Dennoch nahmen in beiden Ländern die Behauptungen über ein „geringes Risiko“ an, wobei Schulen, Gesundheitsbeamte, Regierungsbehörden und große Einzelhändler wie Kmart dieselbe Formulierung zur Beruhigung der Verbraucher verwendeten.

Die Risikobewertung von Educational Colours besagte, dass das Risiko für Kinder „vernachlässigbar“ sei, da die Freisetzung atmungsfähiger Asbestfasern aus dem farbigen Sand unwahrscheinlich sei, es sei denn, der Sand würde mechanisch bearbeitet. Die Firma gab an, dass sie proaktiv ihre Produkte zurückrief und unabhängige Tests in Auftrag gab, welche die Risikobewertung als vernachlässigbar einstufen. Die Behörden reagierten auf die neuen Erkenntnisse, indem sie die Rückrufmitteilungen anpassten, um die Aussage zu ändern, dass atmungsfähiger Asbest in den getesteten Proben nicht nachgewiesen worden sei. Eltern, die von der Kontamination betroffen waren, suchten zudem mittels Informationsfreiheitsgesetzen nach Transparenz und Klärung der Sachlage.

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