Arbeitnehmer bei den externen Callcentern der australischen Steuerbehörde (ATO) erhielten bis zu 40 Prozent weniger Lohn als ihre Kollegen im öffentlichen Dienst. Diese Feststellung erfolgte im Rahmen von Einreichungen vor wichtigen Anhörungen zum Thema „gleiche Arbeit, gleicher Lohn“.
Die Lohnlücke vertiefte sich bei höherklassigen Stellen. Teamleiter bei den externen Betreibern verdienten etwa 31 Dollar pro Stunde, während vergleichbare Positionen in der Steuerbehörde über 52 Dollar pro Stunde zahlten. Diese Diskrepanz betraf die Dienstleistungsverträge, die die ATO zur Abwicklung von Aufgaben über drei private Callcenter-Betreiber nutzte.
Die Arbeiter beriefen sich auf die Arbeitsreformen der Regierung Albanese, welche darauf abzielten, zu verhindern, dass Arbeitgeber Personalvermittlungsfirmen einsetzten, um Mitarbeiter zu niedrigeren Sätzen zu bezahlen, als es direkte Angestellte taten. Diese Reformen wurden nun gegen die oberste Einnahmebehörde eingesetzt, die stark auf diese externen Arrangements angewiesen war.
Ein ehemaliger Mitarbeiter der ATO, Nathan Brunne, betonte, dass die Lohndifferenz nicht marginal sei, sondern strukturell sei und bei höheren Klassifizierungsstufen zunahm. Er argumentierte, dass die Weiterleitung gleichwertiger Arbeit über einen niedriger bezahlten Vermittler die direkte Folge sei und genau die Art von Lohnarbitrage sei, die die Reformen adressieren sollten.
Die rechtliche Argumentation drehte sich um die Frage, ob die Nutzung externer Callcenter eine Versuche darstellte, auf günstigere Arbeitskräfte zuzugreifen, oder ob es sich um einen genuin separaten Dienst handelte. Gewerkschaften, wie die Community and Public Sector Union, bestanden in ihren Einreichungen, dass die Callcenter keinen „identifizierbaren und diskreten Dienst an der ATO“ leisteten.
Die externen Mitarbeiter führten ihre Arbeit vollständig innerhalb der Systeme der Steuerbehörde aus, indem sie die vom Steueramt ausgestellten Skripte und Richtlinien nutzten. Die Behörde selbst nahm keine formelle Position ein, doch die Anhörungen sollten die Machbarkeit des externen Modells für die Steuerbehörde und andere staatliche Stellen überprüfen.