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Wirtschaft

Arbeitsmarkt Australiens schwächte sich ein

Arbeitslosenquote stieg auf 4,5 Prozent, was die Zentralbank zwang, die Zinserhöhungen zu überdenken

Die Arbeitslosenquote Australiens stieg im April auf 4,5 Prozent. Dies stellte den Höchststand seit etwa vierinhalb Jahren dar. Die Erhöhung erfolgte inmitten der Befürchtungen, dass steigende Zinssätze und eine globale Ölkrise das Wirtschaftswachstum zerschlagen würden. Die Zahl der Beschäftigten fiel unerwartet um 18.600 Personen in diesem Monat, was der erste Rückgang seit Jahresbeginn war. Diese Entwicklung trieb die Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent auf 4,5 Prozent, wie die australische Statistikbehörde meldete.

Die unerwartete Steigerung der Arbeitslosigkeit gab der Reserve Bank Anlass, eine vierte Zinserhöhung bei ihrer nächsten Sitzung im Juni aufzuschieben. Zentralbankbeamte jonglierten mit den Sorgen bezüglich der eskalierenden Inflation und der verlangsamten Wirtschaft. David Bassanese, Chefökonom bei Betashares, deutete an, dass „tentative Zeichen“ existierten, welche auf eine Schwächung des Arbeitsmarktes hinwiesen. Er bemerkte, dass die Entscheidung über weitere Zinserhöhungen von den Inflationsergebnissen und der Entwicklung der Arbeitsmarktschwäche hing.

Die Arbeitslosenzahl blieb zwar unter dem Vorkrisenniveau von über fünf Prozent, stieg jedoch seit einem fast 50-jährigen Tiefstand von 3,4 Prozent Ende 2022 kontinuierlich an. Das Budget-Forecast warnte jedoch davor, dass die Arbeitslosigkeit bis Mitte des Jahres auf 4,5 Prozent erreichen könnte. Das Finanzministerium warnte zusätzlich davor, dass die Quote auf fünf Prozent ansteigen könnte, falls eine schwerwiegende Krise im Nahen Osten die Ölpreise auf 200 Dollar pro Barrel trieb.

Die Statistikbehörde lieferte zudem die erste Reduktion der weiblichen Beschäftigung seit August 2025, da im April eine ungewöhnlich hohe Zahl Australierinnen arbeitslos blieb. Die australische Aktienbörse reagierte positiv auf die Veröffentlichung dieser Daten. Investoren berücksichtigten eine geringere Wahrscheinlichkeit zukünftiger Zinserhöhungen. Der Benchmark S&P/ASX 200 Index stieg am frühen Nachmittag um 1,7 Prozent. Die Finanzmärkte kalkulierten nur eine geringe Chance auf eine Zinserhöhung am 16. Juni und eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine solche bis zur nächsten RBA-Sitzung am 11. August.

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