Die Regierung in Australien kündigte eine umfassende Überarbeitung des Beschäftigungssystems an. Ministerin Amanda Rishworth versprach, Pläne zur Entlastung der sogenannten gegenseitigen Verpflichtungen des Zentrums (Centrelink) darzulegen. Rishworth erklärte, dass die Verpflichtungen für Arbeitsuchende nicht halfen, den Australiern bei der Jobsuche zu helfen, da das System als unzureichend bewertet wurde.
Rishworth äußerte sich scharf und betonte, dass die gegenseitigen Verpflichtungen den Nutzern des Sozialsystems unnötig Zeit kosteten. Sie argumentierte, dass das bestehende System Jobanbietern erlaubte, Bewerber in Stellen zu versetzen, die ungeeignet waren. Zudem beanspruchte sie, dass diese Verpflichtungen sowohl für Anbieter als auch für die Arbeitsuchenden zu viel Zeit in Anspruch nahmen und durch ein gerechteres Modell ersetzt werden sollten.
Die Ministerin sprach von einer Reform des Beschäftigungssystems, die eine Veränderung über Generationen hinweg darstellte und viele Australier ignorierte. Sie stellte die zentrale Frage, ob die gegenseitigen Verpflichtungen tatsächlich dazu dienten, Menschen in Arbeit zu bringen. Rishworth bekräftigte, dass die Antwort auf diese Frage allzu oft negativ sei.
Die gegenseitigen Verpflichtungen umfassten Aktivitäten, die Arbeitsuchende, um Leistungen zu erhalten, durchführen mussten. Dazu gehörten Termine bei Dienstleistern, die Teilnahme an Schulungen oder die Bewerbung für eine bestimmte Anzahl von Stellen. Berichte zeigten, dass dieses System für Nutzer unfair oder grausam war. Es gab Fälle, in denen Zahlungen ausgesetzt wurden, während Menschen in Krankenhäusern erholten oder psychische Erkrankungen überstanden. Auch Schulungen wurden als überheblich beschrieben, bei denen Teilnehmer Familienmitglieder bewerten mussten oder über religiöse Rollen diskutierten.
Rishworth erklärte, dass die Regierung von einem „Einheitsmodell“ der Arbeitsdienste abweichen würde und stattdessen ein neues Konzept mit drei Unterstützungssträngen einführen würde, abhängig von den spezifischen Bedürfnissen der Arbeitsuchenden. Sie stellte fest, dass das aktuelle Modell ungeeignet sei, um den unterschiedlichen Anforderungen der jährlich ein Million Australier angemessen zu begegnen.
Die Büros der Ministerin teilten mit, dass die Regierung Konsultationen zum neuen Modell durchführen würde. Dies beinhaltete die Veröffentlichung von Diskussionspapieren, die Einrichtung einer beratenden Gruppe und eine gezielte Konsultation mit Arbeitsuchenden, Arbeitgebern und Dienstleistern. Rishworth betonte, dass Dienstleister flexible und personalisierte Unterstützung leisten sollten. Sie merkte an, dass die Bezahlung der Anbieter sie dazu veranlasste, sich auf eine enge Gruppe von Personen zu konzentrieren, anstatt alle in ihrer caseload zu unterstützen. Sie erklärte, dass die Zahlungen an die Jobanbieter nicht dazu anregten, Agenten dabei zu helfen, sinnvolle oder passende Arbeit zu finden, was zu schlechten Job-Passungen führte und Menschen in einen Kreislauf der Arbeitslosigkeit zurückwarf.