Der Aufschwung der Finanzdienstleistungen „Jetzt kaufen, später bezahlen“ (Buy Now, Pay Later, BNPL) in Australien stand vor einer kritischen Phase. Unternehmen wie Afterpay verzeichneten zwar Wachstum, doch die allgemeine Marktentwicklung signalisierte eine Verlangsamung. Das Unternehmen investierte Millionen in die Übernahme einer Arena, was die Entwicklung dieses Sektors markierte. Doch die Frage blieb offen: Verlor der Boom seine Dynamik, oder vollzog sich eine notwendige Reifung des Marktes?
Die jährlichen Ausgaben der Australier durch diese Zahlungsplattformen wuchsen in den späten 2010er Jahren stark an, sanken jedoch auf ein geringeres Niveau. Die Reserve Bank berichtete, dass das Wachstum auf 1,5 Milliarden Dollar im Jahr 2025 reduziert wurde. Während die BNPL-Plattformen einst versprachen, Kreditkarten zu ersetzen, nutzten die Australier im vergangenen Jahr 20-mal mehr Kreditkarten als BNPL-Dienste. Dies zeigte, dass die traditionellen Zahlungsmittel weiterhin die dominante Rolle behielten.
Seit 2022 verließen mindestens acht BNPL-Plattformen den australischen Markt. Dazu gehörten die National Australia Bank und weitere Akteure. Nur wenige große Anbieter blieben übrig, darunter PayPal, Klarna und Zip, sowie Afterpay. Die Nutzerzahlen bei Zip sanken hingegen um sieben Prozent im Jahresvergleich, und Zip verließ den neuseeländischen Markt. Die Kreditagentur Equifax stellte fest, dass die Anträge für neue BNPL-Konten in den drei Monaten bis Juni 2026 um 35 Prozent zurückgingen.
Die Verlangsamung resultierte aus neuen Gesetzen aus dem Jahr 2025. Diese Reformen zielten darauf ab, Unternehmen zu verhindern, Kunden für Gelder zu genehmigen, die sie nicht zurückzahlen konnten. Die Gesetze definierten die BNPL-Dienste als eine Form des Kredits, was Unternehmen zwang, Kreditprüfungen durchzuführen und neue Konten bei den Kreditauskunfteien zu melden. Diese Regulierung verhinderte die sofortige Genehmigung und reduzierte den einzigartigen Reiz der Plattformen. Experten bemerkten, dass die Plattformen durch diese neuen Regeln an Attraktivität verloren. Kunden wandten sich stattdessen wieder an traditionelle Kreditkarten oder Privatkredite.
Nach den Reformen verzeichnete Afterpay eine geringe Rate an Zahlungsverzögerungen, während Kreditkarten eine höhere Rate aufwiesen. Das Unternehmen erzielte zwar Einnahmen aus Verzugszinsen, doch das Gesamtunternehmen verzeichnete Verluste. Die Unternehmen versuchten, ihre Reichweite zu erweitern, indem sie die Anzahl der akzeptierenden Geschäfte für BNPL-Dienste erhöhten. Die Plattformen verlangten Gebühren von den Händlern, was die Einnahmen der Anbieter steigerte. Dennoch sahen Analysten eine langsame Entwicklung vor. Einige Experten glaubten, dass die Branche nur in einem langsameren Tempo überleben konnte, während andere befürchteten, dass die Anbieter den kostenlosen und zinsfreien Ansatz aufgeben mussten, um auf den stagnierenden Nutzerbasis neue Einnahmequellen zu finden.