Australien verzeichnete erstmals Diphtherie-Todesfälle seit fast einem Jahrzehnt, während das Land mit der schlimmsten Ausbreitung der Impfschutzkrankheit in Jahrzehnten kämpfte. Im März erklärte das Territorium Norden (NT) einen Ausbruch der Diphtherie, wobei Fälle auch in Westaustralien, Südaustralien und Queensland auftraten. Die Fälle begannen Ende 2025 und nahmen im Februar sprunghaft zu.
In diesem Jahr meldete das Land 245 Fälle, was den größten Ausbruch seit 1991 darstellte. Diese Erkrankungen traten hauptsächlich in abgelegenen indigenen Gemeinschaften auf. Am Dienstag verkündete der Gesundheitsminister des NT, dass die Autopsieergebnisse aus einem ausländischen Labor bestätigten, dass Diphtherie die Todesursache eines Mannes im April im Royal Darwin Hospital gewesen war. Dies war der erste solcher Fall seit 2018.
In den letzten Wochen verstärkte die Regierung die Impfungsbemühungen in den am stärksten gefährdeten Gebieten. Gesundheitsbeamte berichteten am Dienstag, dass die Zahl der neuen Fälle nun zurückging. Der Gesundheitsminister des NT, Steve Edgington, betonte die Ernsthaftigkeit der Lage und die Arbeit zur Ursachenforschung und Eindämmung der Situation. Bis zum 30. März erfolgten 10.407 Impfungen.
Zwischen Januar des Vorjahres und Mai dieses Jahres meldete das NT 163 Diphtherie-Fälle, ergänzt durch 48 Atemwegserkrankungen und 115 Hauterkrankungen, welche über den Hautkontakt verbreitet wurden. In März bestätigten Gesundheitsbeamte in Westaustralien zwei Fälle respiratorischer Diphtherie, was die erste solche Meldung seit über fünfzig Jahren in dieser Region darstellte.
Sechzig Prozent der Fälle dieses Jahres befanden sich im Territorium Norden, gefolgt von Westaustralien mit etwa 36 Prozent, während einige Fälle in Südaustralien und noch weniger in Queensland auftraten. Die Behörden forderten betroffene Gemeinschaften auf, ihre Impfungen auf den neuesten Stand zu bringen, insbesondere für Jugendliche und Erwachsene, die Auffrischungsimpfungen benötigten.
Die Gesundheitsbehörden des NT richteten temporäre Kliniken in Darwin, Katherine und Alice Springs ein, um die Aufklärungskampagne zur Impfung zu fördern. Die Impfung galt als die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung, zum Schutz und zur Reduzierung der Übertragung. Beide Formen der Diphtherie – respiratorisch und oberflächlich – waren durch einen Impfstoff abwendbar. Dieser wurde üblicherweise Kindern zwischen zwei Monaten und vier Jahren verabreicht, ergänzt durch eine Auffrischungsimpfung zwischen dem zwölften und dreizehnten Lebensjahr.