Die australische Regierung äußerte tiefe Frustration und bittere Enttäuschung darüber, dass Laos keine ernsteren Anklagen im Zusammenhang mit den Todesfällen von sechs Backpacker-Touristen verfolgte. Die Opfer, darunter Bianca Jones und Holly Morton-Bowles, starben im November 2024 in Vang Vieng nach dem Konsum von Methanol-haltigem Alkohol. Diese Tragödie löste eine starke Reaktion in Canberra aus, da die australische Seite hohe Erwartungen an die Strafverfolgung in Laos hatte.
Die australische Außenministerin Penny Wong rief den Botschafter Laos nach Canberra zu. Die Regierung betonte, dass die Erwartungen an die Anklagen die Schwere der Tragödie widerspiegeln sollten. Es wurde erwartet, dass die Verantwortlichen mit einer möglichen Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr und einer Geldstrafe von 1600 australischen Dollar konfrontiert wurden. Die Familien der Opfer äußerten sich wütend über die geringe mögliche Bestrafung, was die Notwendigkeit einer wirklichen Gerechtigkeit unterstrich.
Die Todesfälle ereigneten sich bei den Touristen, die kostenlose Getränke in einem Backpacker-Unterkunftshaus konsumierten. Es vermutete sich, dass die Getränke mit Methanol verunreinigt waren, einer giftigen Substanz, die illegal zur Kostensenkung in Alkohol gemischt wurde. Zuvor wurden zehn Personen, die mit dem Unterkunftsbetrieb in Verbindung standen, wegen Zerstörung von Beweismitteln angeklagt, was von Angehörigen als „absoluter Witz“ beschrieben wurde.
Die Familien der Opfer forderten die australische Regierung auf, aktiv zu intervenieren. Sie appellierten an den Premierminister Albanese, Kontakt zu seinem Amtskollegen in Laos aufzunehmen und zu fordern, dass eine echte Gerechtigkeit für die Todesfälle der australischen Bürger hergestellt wurde. Die Regierung setzte einen Sonderbeauftragten ein, um alle Ermittlungswege zu prüfen und ihre Bedenken direkt bei ihrem laosischen Amtskollegen auf einer ASEAN-Sitzung darzulegen.