Überall in Australien wurden Gedenkveranstaltungen abgehalten, um eine fünfjährige Mädchen zu ehren, die vor zwei Wochen mutmaßlich ermordet worden war. Der Leichnam der jungen Frau, kulturell als Kumanjayi Little Baby bekannt, wurde am 30. April gefunden, fünf Tage nach ihrem Verschwinden aus einem Lager für indigene Völker in der Nähe von Alice Springs. Diese Tragödie löste eine Welle von Trauer und Wut aus, die sich in öffentlichen Protesten und Gedenkfeiern manifestierte.
Der Fall wurde durch die Anklage gegen Jefferson Lewis, 47 Jahre alt, vorangetrieben, der für den Mord verantwortlich gemacht wurde. Die Ereignisse führten zu Unruhen in Alice Springs, als die Bevölkerung ihren Schmerz und ihre Empörung zum Ausdruck brachte. Die Öffentlichkeit wurde eingeladen, an Kerzenvigilen teilzunehmen, die am Donnerstagabend in verschiedenen Städten und Hauptstadtregionen abgehalten wurden. Die Familie der jungen Frau bat die Teilnehmer, pinke Kleidung zu tragen, die die Lieblingsfarbe von Kumanjayi Little Baby darstellt.
In Alice Springs fand die Gedenkveranstaltung am Anzac-Sportplatz statt und sollte einen Raum für alle schaffen, um ihre Trauer auszudrücken und Unterstützung für die Familie zu zeigen. Neben den Gedenkfeiern sammelten sich zahlreiche Blumen, Spielzeuge und Botschaften vor dem Lager, wo das Mädchen verschwunden war. Diese Zeichen der Anteilnahme zeugten von der tiefen Verbundenheit der Gemeinschaft mit dem Verlust.
Die Polizei fand den Leichnam mehrere Kilometer vom Lager entfernt und verhaftete anschließend Lewis, der zuvor von Gemeindemitgliedern angegriffen worden war. Die Verhaftung führte zu weiteren Spannungen, wobei außerhalb des Krankenhauses eine Ausschreitung stattfand, bei der fünf Personen festgenommen wurden. Die Familie der Verstorbenen forderte Ruhe angesichts der Unruhen und bat die Öffentlichkeit, Gerechtigkeit zu dulden und Respekt gegenüber der Familie zu zeigen.
Im Zuge der Ermittlungen wurden zudem drei Mitarbeiter des Kinderschutzes suspendiert. Es wurde betont, dass die Verwendung der Namen und Bilder verstorbener Personen in vielen indigenen Gemeinschaften gegen kulturelle Protokolle verstößt und nur mit Zustimmung der Familien erfolgen darf.