Die australische Bundesregierung legte Pläne für eine mögliche Verteilungskontrolle des Einzelhandelskraftstoffs dar. Dokumente, die der Guardian Australia durch Informationsfreiheitsgesetze erhielt, zeigten Optionen zur Eindämmung eines lokalen Engpasses bei der Kraftstoffversorgung. Eine der Optionen bestand darin, eine „maximale Transaktionsgrenze pro Fahrzeug pro Tag“ einzuführen. Diese Regelung limitierte, wie viel Kraftstoff ein einzelnes Fahrzeug innerhalb eines zwölfstündigen Zeitraums an einer Tankstelle erwerben durfte.
Die Regierung betonte, dass eine solche Rationierung nicht notwendig sei und sie keine Notwendigkeit für diese Maßnahme erwartete. Der Plan aus dem März galt lediglich als ein „Worst-Case-Szenario“. Dennoch wuchs der internationale Druck auf die Kraftstoffversorgung, da die Internationale Energieagentur warnte, dass die Ölmärkte bis August in die „rote Zone“ eintreten würden. Dies resultierte aus dem Mangel an Exporten aus dem Nahen Osten und dem schwindenden Lagerbestand.
Dokumente des Ministeriums für Klima, Energie, Umwelt und Wasser (DCCEEW) zeigten, dass Regierungsbeamte Optionen für eine Rationierung besaßen, falls die Verwaltung des Kraftstoffs durch die Ölindustrie als unzureichend erachtet wurde. Das Dokument umfasste den Zeitraum von Februar bis März, während der Iran-Konflikt in vollem Gange war.
Der Energieminister Chris Bowen erklärte öffentlich, dass die Notwendigkeit einer Rationierung ausgeschlossen sei. Er bezeichnete den Liquid Fuels Emergency Act, der die Befugnisse zur Lenkung der Kraftstoffversorgung und zur Rationierung umfasste, als lediglich einen Leitfaden. Die Regierung würde diese Maßnahmen in dieser Form nicht ergreifen.
Im Rahmen einer Besprechung des National Oil Supply Emergency Committee (Nosec) wurden zukünftige Szenarien für die Rationierung erörtert. Die Vertreter aus Victoria äußerten Interesse daran, über die zukünftige Gestaltung der Verteilungskontrolle nachzudenken. Es wurde beschlossen, dass das DCCEEW die Umsetzung einer Rationierung unter einer Liquid Fuels Emergency-Erklärung sowie die damit verbundenen Kommunikationsstrategien für ein zukünftiges Worst-Case-Szenario prüfen sollte.
Die Regierung hatte zudem Lagerbestände erhöht und 600 Millionen Liter Diesel sowie 100 Millionen Liter Kerosin aus weiteren Lieferungen gesichert. Ein Dokument zur Strategie zur Eindämmung der Nachfrage betonte, dass bei einer ernsten Engpasssituation Kontrollen auf den Groß- oder Einzelhandel sowie auf Maßnahmen zur Steuerung der Kundennachfrage ergriffen werden könnten. Diese Maßnahmen sollten nur dann eingeführt werden, wenn marktbasierte Maßnahmen keine gewünschten Ergebnisse erzielten. Staatliche und regionale Regierungen sowie die Ölindustrie wurden bei solchen Maßnahmen konsultiert und ihrer Meinung nach Input gegeben.