Die Fair Work Commission (FWC) erließ eine neue Mindeststandardsverordnung für Plattformarbeiter, die auf Abruf Lebensmittel, Getränke oder Waren lieferten, sowie für die Betreiber digitaler Plattformen, welche deren Dienstleistungen nutzten. Dieses Abkommen legte einen Mindestlohn von 31,30 Dollar pro Stunde fest und sah eine Versicherung für Arbeitsunfälle vor. Die Entscheidung des Industrie-Schiedsrichters konnte in anderen Ländern Präzedenzfälle schaffen.
Die Transportarbeitergewerkschaft (TWU), die die Plattformarbeiter vertrat, hatte sich in Zusammenarbeit mit den großen Plattformen DoorDash und UberEats für diese neuen Schutzmaßnahmen im Jahr 2024 eingesetzt. Nach der öffentlichen Konsultation neuer Standards, die auch Einblicke von Plattformen wie Amazon und Auspost umfassten, genehmigte die FWC die Bedingungen. Die Regelungen traten am 17. August in Kraft.
Das erzielte Ergebnis beinhaltete wahrscheinlich Zugeständnisse auf beiden Seiten des Verhandlungstisches, darunter die Vereinbarung der Gewerkschaft, die Arbeiter als „angestellteähnlich“ zu bezeichnen. In einer gemeinsamen Erklärung erklärten die TWU, UberEats und DoorDash, dass die neuen Standards ein „Branchensicherheitsnetz für Hunderttausende von Arbeitern“ boten, während gleichzeitig die Flexibilität der bedarfsgesteuerten Arbeit bewahrt blieb.
Gemäß den neuen Standards trugen die Arbeiter die Verantwortung für die Aufrechterhaltung von Drittversicherungen für die Fahrzeuge, welche sie für die Lieferungen nutzten. Die Lieferplattformen hingegen mussten die Organisation und Bezahlung einer persönlichen Unfallversicherung für ihre Mitarbeiter veranlassen, welche ein angemessenes Mindestniveau der Deckung bereitstellte.
Die neuen Bedingungen galten für alle bedarfsgesteuerten Plattformen, welche Lebensmittel, Getränke oder Waren verkauften, sowie für die Personen, die auf ad-hoc-Basis zur Zustellung von Produkten eingestellt wurden. Die neuen Standards enthielten zudem „Sicherheitsnetz“-Lohnsätze für die Arbeiter und die Möglichkeit auf unbezahlten Freizeitausfall.
Die Mindeststundenlöhne, welche darauf abzielten, sicherzustellen, dass Lieferarbeiter bezahlt wurden, selbst wenn sie beispielsweise auf ein Restaurant warteten, stiegen ab dem 1. Januar 2027 um 50 Cent. Die Arbeitsministerin Amanda Rishworth bezeichnete die resultierenden Standards als einen „Meilenstein“ und betonte, dass die Verordnung ein großer Schritt zur Gewährleistung weltweit führender Arbeiterschutzmaßnahmen Australiens sei.