Eine neue Studie zeigte, dass das mittlere Vermögen in Australien seit 2020 nahezu um sieben Prozent zurückging. Dies geschah, obwohl die reichsten Bevölkerungsschichten einen immer größeren Anteil am Gesamtvermögen beanspruchten. Diese Forschungsergebnisse verdeutlichten, dass der Wohlstand in den mittleren Schichten des Landes rückläufig war, während die Vermögensverteilung zugunsten der obersten Einkommensgruppen verschob. Mehr als fünfundzwanzigtausend Menschen im gesamten Land wurden im vergangenen Jahr zu Millionären.
Der jüngste globale Vermögensbericht der Schweizer Bank UBS bezeichnete das Jahr 2025 als „außergewöhnlich“. In diesem Jahr entstanden weltweit nahezu eine Million neue Millionäre, was einen Rekordanstieg in einem einzigen Jahr darstellte. Obwohl die rasche Zunahme des persönlichen Reichtums gefeiert wurde, warnte der Bericht gleichzeitig vor einer ungleichmäßigen Verteilung dieser Gewinne. Er betonte, dass das Durchschnittsvermögen zwar gestiegen war, das mittlere Vermögen jedoch in den meisten Märkten tatsächlich zurückging. Dies hob die wachsende Kluft zwischen den wohlhabendsten und der breiteren Bevölkerung hervor.
Dieses Phänomen war in Australien deutlich sichtbar. Die UBS berechnete, dass das durchschnittliche persönliche Nettovermögen in diesem Jahrzehnt um neunzehn Prozent stieg, selbst nach Berücksichtigung hoher und anhaltender Inflation zwischen 2020 und 2025. Diese Entwicklung maskierte jedoch eine nahezu siebenprozentige Kontraktion des mittleren Vermögens der australischen Erwachsenen. Dies deutete darauf hin, dass das expandierende Vermögen diejenigen am oberen Ende der Verteilung begünstigte.
Australien war in dieser Hinsicht nicht isoliert. Über die letzten sechs Jahre war das mittlere Vermögen in achtzehn der zwanzig neun von UBS analysierten Ländern niedriger. Dies umfasste einen Rückgang von etwa zwanzig Prozent in Deutschland, den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich. Im Gegensatz dazu stieg das mittlere Vermögen in Japan um fünfzig Prozent, in Indien um zwanzig Prozent und in Südkorea um über zehn Prozent in den 2020er Jahren.
Ein unabhängiger Ökonom, Saul Eslake, bemerkte, dass Australien zwar nicht die gleiche Vergrößerung der Einkommensungleichheit erlebte wie viele ähnliche Länder, aber erhebliche Zuwächse der Vermögensungleichheit verzeichnete. Eslake identifizierte die Wohnsituation als den größten Treiber der Ungleichheit. Das Vermögen aus Immobilien und der obligatorischen Altersvorsorge ermöglichte den australischen Erwachsenen ein dritthöchstes medianes Nettovermögen weltweit, nahe 211.000 US-Dollar (306.000 australische Dollar), hinter Luxemburg und Belgien.
Obwohl Eslake die Frage diskutierte, ob eine hohe und steigende Ungleichheit technisch schädlich für Volkswirtschaften sei, gab es einen wachsenden Konsens unter großen internationalen Organisationen wie dem Internationalen Währungsfonds und der OECD. Diese Organisationen kamen zu dem Schluss, dass die Vergrößerung der Ungleichheit jenseits eines bestimmten Punktes das Wirtschaftswachstum beeinträchtigte. Die Argumentation lautete, dass wohlhabende Menschen mehr sparen und somit nicht zum Wachstum beitrugen. Zudem resultierten populistische Politikmaßnahmen, die oft schädlich für das Wirtschaftswachstum waren, teilweise aus einer Reaktion auf die wachsende Ungleichheit.
Obwohl Australiens progressiver Einkommensteuer und Transfersystem zur Abflachung der Einkommensungleichheit beitrugen, argumentierte Eslake, dass das Steuerwesen wenig bewirkte, um die Marktkräfte zu mildern, welche die Ungleichheit in der Vermögensverteilung antrieben. Dies war einer der Gründe, warum er zu den wenigen Ökonomen gehörte, die eine Erbschaftssteuer forderten. Er betonte, dass die Argumentation für eine solche Steuer besonders überzeugend sei, wenn man die Tatsache betrachtete, dass über die nächsten zwanzig bis dreißig Jahre etwa 5,5 Billionen Dollar Vermögen von den Babyboomer-Generationen an ihre Kinder weitergegeben würden. Er schlug vor, dass Teile dieses Vermögens, beispielsweise Erbschaften von fünf- oder zehn Millionen Dollar, besteuert werden sollten, mit Ausnahmen für überlebende Ehepartner oder Partner. Alternativ schlug er vor, dass stattdessen eine breit angelegte Grundsteuer auf Grundbesitz die gleiche Wirkung erzielen könnte.