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Wirtschaft

Australien: 86.000 Parkplätze streichen könnten 5,2 Milliarden Dollar einsparen

Bericht des Grattan-Instituts empfahl dringende Reformen der Planungsgesetze, um Wohnungsbau und Mieten zu entlasten

Ein Bericht des Grattan-Instituts zeigte auf, dass Australien durch den Bau von 86.000 unerwünschten Parkplätzen in den nächsten fünf Jahren 5,2 Milliarden Dollar verschwenden würde. Die Forschungsergebnisse legten die Notwendigkeit einer dringenden Reform der Planungsbestimmungen dar, insbesondere hinsichtlich der Mindestanforderungen an Parkflächen für Neubauten.

Der Bericht kritisierte die überzogenen Anforderungen an die Parkraumplanung. Beispielsweise verlangte Sydney für eine neue Einzimmerwohnung durchschnittlich 0,6 Parkplätze. Dies führte dazu, dass etwa 40 Prozent der australischen Haushalte in Studio- oder Einzimmerwohnungen kein eigenes Auto besaßen. Dominic Behrens, einer der Autoren des Berichts, betonte, dass die staatlichen und lokalen Vorschriften für neue Entwicklungen bereits zu viel Parkraum vorschrieben. Dies bedeutete, dass Hunderttausende von Menschen für mehr Parkplätze zahlten, als sie benötigten, und dass etwa 40 Prozent der Parkplätze in Wohngebäuden jede Nacht leer blieben.

Die Kosten dieser Regelungen waren erheblich. Grattan schätzte, dass die Vorschriften die Baukosten für typische Zweizimmerwohnungen in Sydney um 70.000 Dollar, in Melbourne um 62.000 Dollar und in Brisbane um 113.000 Dollar erhöhten. Behrens argumentierte, dass diese Kosten den Entwicklern den Gewinn erschwerten, was die Wohnungsangebote reduzierte und die Mieten steigerte, da die Mehrkosten an die Mieter weitergegeben wurden.

Behren erklärte, dass die Abschaffung dieser Regeln die Mieten am unteren Ende des Spektrums am stärksten senken würde. Er betonte, dass die größte Belastung durch diese Vorschriften jenen lag, die die geringste finanzielle Kapazität besaßen. Der Bericht empfahl daher die vollständige Abschaffung der Parkplatzmindestvorschriften, insbesondere in Gebieten mit guter öffentlicher Verkehrsanbindung.

Des Weiteren forderte der Bericht, dass Kommunen den Bedarf an Straßenparkplätzen durch Maßnahmen wie Parkberechtigungsschemata und Zeitlimits besser steuerten. Es wurde empfohlen, den lokalen Behörden die Macht zu entziehen, Parkvorschriften zu erlassen, um eine rationalere Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Akademiker kritisierten seit Jahrzehnten die Parkplatzmindestvorschriften, doch die politischen Widerstände blieben groß. Es wurde vorgeschlagen, die Kosten für Parkraum transparenter zu gestalten und die Rechte am Parken von den Gesamtmiet- oder Hypothekenkosten zu entkoppeln.

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