Australien erwog neue Sanktionen gegen Israel, entschied sich jedoch nicht, sich der britischen Maßnahme anzuschließen, den Handel mit Siedlungen zu verbieten. Die australische Außenministerin Penny Wong betonte, dass das Land gezielte Schritte in Koordination mit internationalen Partnern unternahm, um illegale Siedlungen und Siedlergewalt zu verhindern. Sie äußerte Bedenken hinsichtlich eines pauschalen Verbots und der unbeabsichtigten Folgen für australische Unternehmen sowie für die Palästinenser und Israelis. Gleichzeitig erklärte Wong, dass die israelische Regierung die Möglichkeit einer Zwei-Staaten-Lösung durch Gewalt und die Ausweitung der Siedlungen am Westjordanland ausschloss.
Die britische Regierung äußerte ihre stärkste Verurteilung der israelischen Besatzung. Der Außenminister Ed Miliband bezeichnete die Bemühungen zur Kontrolle des Westjordanlands als unrechtmäßig und sprach von der ethnischen Säuberung der Palästinenser in bestimmten Gebieten. Großbritannien plante, Güter aus illegalen Siedlungen in den besetzten Gebieten zu verbieten und neue Verbote für Waffenlizenzen sowie andere Exportgüter einzuführen. Mehrere europäische Staaten hatten ähnliche Maßnahmen in Erwägung gezogen, wobei zwölf Außenminister eine gemeinsame Erklärung zur Einführung nationaler oder europäischer Beschränkungen des Handels mit Siedlungen veröffentlichten.
Die australische Politik verfolgte einen differenzierten Ansatz. Während die britische Strategie ein umfassendes Handelsverbot anstrebte, konzentrierte sich Australien auf gezielte Maßnahmen. Die Regierung sah die Notwendigkeit, die Aussichten einer Zwei-Staaten-Lösung zu schützen, ohne dabei die Beziehungen zu Israel unnötig zu verschlechtern. Dies stand im Kontrast zu den Forderungen einiger politischer Akteure, die eine härtere Linie befürworteten. Ein Experte der australischen Politik bemerkte, dass Sanktionen Israel nur weiter in die Intransigez der Palästinenser treiben würden und die Beziehungen zu Israel belasten könnten.
Die Spannungen zwischen Australien und der Regierung von Benjamin Netanyahu nahmen im Kontext der Terroranschläge vom siebten Oktober und des darauffolgenden Israel-Gaza-Krieges zu. Australien hatte bereits finanzielle Sanktionen und Reiseverbote gegen bestimmte israelische Personen verhängt. Die Debatte um die außenpolitische Linie zeigte, dass die Notwendigkeit, Prinzipien zu wahren, im Konflikt mit nationalen politischen Interessen stand. Neuseeland äußerte tiefe Besorgnis über die sich verschlechternde Lage am Westjordanland, entschied sich jedoch nicht, sich der britischen Maßnahme anzuschließen, da es traditionell keine Handelsmaßnahmen zur Bewältigung außenpolitischer Fragen verfolgte.