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Technologie

Australien erhöhte Bußgelder gegen Social-Media-Giganten, Experten forderten Durchsetzungsmodus

Regierung versprach neue Gesetze zur digitalen Fürsorge, um Algorithmen und Nutzer zu schützen

Die Bundesregierung verkündete am Sonntag die Einführung neuer Gesetze, um die Bußgelder für Plattformen, welche das Verbot der sozialen Medien brachen, zu verdoppeln. Die Strafen erreichten neunundneunzig Millionen Dollar. Gleichzeitig erhielt die eSafety-Kommissarin Julie Inman Grant stärkere Befugnisse zur Informationsbeschaffung. Experten warnten jedoch, dass diese Maßnahme allein nicht ausreichte und die Regierung in einen „Durchsetzungsmodus“ wechseln müsse, um die großen Technologieunternehmen zur Rechenschaft zu ziehen.

Forschungsergebnisse zeigten, dass die Mehrheit der Nutzer unter sechzehn Jahren die Altersbeschränkungen umging. Seit der Einführung des Verbots im Dezember zehn Millionen Konten wurden gelöscht, deaktiviert oder eingeschränkt. Dennoch argumentierten Wissenschaftler, dass die bloße Erhöhung der Strafen wenig bewirkte, solange die Aufsicht nicht konsequent angewandt wurde. Sie betonten, dass die Plattformen stärker für den Inhalt ihrer Inhalte zur Verantwortung gezogen werden mussten.

Catherine Page Jeffery, eine leitende Dozentin für Medien und Kommunikation an der Universität Sydney, erklärte, dass das Gesetz zur digitalen Fürsorge notwendig sei, um alle Nutzer vor den Schäden der sozialen Medien zu schützen. Sie merkte an, dass die Situation für Minderjährige nach wie vor unbefriedigend sei, da etwa achtzig Prozent weiterhin soziale Medien nutzten. Jeffery betonte, dass stärkere Durchsetzungsmechanismen erforderlich seien, da eine Verdopplung der Strafe sinnlos sei, wenn die Aufsicht nicht effektiv angewandt werde.

Die Debatte konzentrierte sich auf die Notwendigkeit, nicht nur die Symptome, sondern auch die Algorithmen selbst zu regulieren. Die Grünen forderten, dass die Regierung sich auf die Gesetzgebung zur Regulierung der Algorithmen konzentriere, da die beiden großen Parteien dies bei der ursprünglichen Debatte nicht taten. Senatorin Sarah Hanson-Young betonte, dass die Regierung handeln müsse, um die großen Technologieunternehmen zur Verantwortung zu ziehen und die Algorithmen zu adressieren.

Der Schatzmeister Jim Chalmers räumte ein, dass die Technologieunternehmen nicht ausreichend gehandelt hatten. Er erklärte, dass die Strafen gestärkt würden und die Befugnisse der eSafety-Kommissarin erweitert würden. Chalmers betonte, dass die Sicherheit der Kinder zu wichtig sei, um den großen Technologieunternehmen die Möglichkeit zu geben, ihre Verantwortung zu umgehen.

Die Schattenministerin für Kommunikation Sarah Henderson bezeichnete die neuen Strafen als „einen Eingeständnis des Versagens“ der Regierung. Sie sah in der Ankündigung ein embarrassierendes Bekenntnis dazu, dass die Aufsicht über das Verbot chaotisch gewesen sei und die Online-Sicherheit von Kindern gefährdet habe. Studien des Murdoch Children’s Research Institute hatten zuvor gezeigt, dass eine starke Nutzung sozialer Medien mit schlechter psychischer Gesundheit bei Jugendlichen in Verbindung stand. Diese Berichte forderten die Rechenschaftspflicht der Plattformen für Algorithmen und Funktionen, welche zwanghaftes Engagement und die Exposition gegenüber schädlichen Inhalten förderten.

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