Australien führte eine Klage gegen Telegram ein, nachdem die Plattform angeblich versäumt hatte, extremistisches Material zu entfernen. Die australische Beauftragte für digitale Sicherheit erklärte, dass die Plattform mit einer Geldstrafe von bis zu 54,6 Millionen Australischen Dollar rechnen musste, sollte sie ihre Sicherheitsverpflichtungen nach dem Online-Sicherheitsgesetz nicht erfüllen. Die Behörde betonte, dass die Plattform Inhalte hinterlassen hatte, die mit den bekanntesten Fällen extremistischer Gewalt in jüngster Zeit in Verbindung standen, lange nachdem sie auf die Problematik hingewiesen worden war.
Diese Schritte folgten auf die Anklage gegen den Gründer von Telegram, Pavel Durov, der von Russland wegen der Vermittlung von Terrorismus angeklagt wurde. Durov wurde zudem 2024 in Frankreich wegen angeblicher Versäumnisse bei der Moderation der Anwendung verhaftet und unter formelle Untersuchung gestellt. Die Ermittlungen zielten auf die Reduzierung der Kriminalität durch die App.
Die Regulierungsbehörde berichtete, dass ihre Agentur im März 2024 begann, die Maßnahmen von Telegram zur Bekämpfung terroristischer und extremistischer Materialien zu erfragen. Sie erlitt dabei fünf schwierige Monate der Nichtreaktion der Plattform. Obwohl die Plattform später begann, sich zu engagieren, behielt sie ein tolerantes Umfeld für das Hosting extremistischer Inhalte, welche sehr leicht auffindbar waren. Die Behörde argumentierte, dass dies zur Desensibilisierung, zur Normalisierung und manchmal zur Radikalisierung der Nutzer führte und dass die Plattform manchmal zur Planung von Angriffen genutzt wurde.
Ein Sprecher von Telegram wies diese Anschuldigungen zurück und erklärte, dass die umfangreichen Anti-Terrorismusbemühungen der Plattform gut dokumentiert seien. Er versprach, die Vorwürfe vor Gericht anzufechten. Das Material, das angeblich auf Telegram zugänglich war, umfasste beispielsweise Videos der Anschläge auf die christliche Kirche in Christchurch im Jahr 2019 sowie Aufnahmen von terroristischen Hinrichtungen. Angesichts der schmerzhaften Folgen des Angriffs auf ein jüdisches Festival in Bondi war die Einhaltung der Pflichten digitaler Plattformen zum Schutz der Gemeinschaft von besonderer Bedeutung.
Die Regulierungsbehörde stellte klar, dass Australien keine Lizenzen für Plattformen wie Telegram ausstellte, aber die Möglichkeit besaß, beim Bundesgerichtshof zu klagen und die Einstellung des Dienstes zu verlangen. Die Behörde äußerte sich zurückhaltend bezüglich der Anwendung dieser Befugnisse und versprach, die weiteren Entwicklungen genau zu beobachten, um festzustellen, ob ein solches Vorgehen gerechtfertigt war. Zudem hatte Telegram bereits im Februar 2025 eine Geldstrafe von 1 Million Australischen Dollar wegen einer verspäteten Reaktion auf Anfragen zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch und extremistischen Materialien verhängt.