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Politik

Australien: Vertrauensverlust in die Welt und die Zukunft der Multikulturalität

Umfrage zeigt tiefes Misstrauen gegenüber den Supermächten und wirtschaftliche Pessimismus

Die Unterstützung für den Multikulturalismus in Australien erlebte einen historischen Rückgang. Eine jährliche Umfrage des Lowy Institute zeigte, dass die Bevölkerung vor einer Welle der Angst stand, die durch wirtschaftlichen Pessimismus und eine zunehmend chaotische Weltordnung genährt wurde. Die Umfrage enthüllte einen Rekordtiefpunkt beim Vertrauen in die Vereinigten Staaten, wobei nur 31 Prozent der Befragten an die verantwortungsvolle Handlungsfähigkeit der USA auf der Weltbühne glaubten. Nur ein Fünftel der Befragten vertraute dem Präsidenten Donald Trump an, das Richtige zu tun.

Das Vertrauen in China stieg im Gegensatz dazu von zwanzig Prozent auf achtundzwanzig Prozent. Charles Lyons-Jones, ein Forscher des Lowy Institute, bemerkte, dass diese Entwicklung einen außergewöhnlichen Meilenstein markierte: Zum ersten Mal wurden die beiden Supermächte in gleichem Maße misstraut. Dies unterschied sich signifikant von 2022, als die Kluft im Vertrauen in die USA über fünfzig Prozent lag.

Die tiefe Unsicherheit in der Welt spiegelte sich auch in der allgemeinen Sicherheit wider. Fünfzigunddreißig Prozent der Befragten erklärten, sie fühlten sich in der Welt „unsicher“ oder „sehr unsicher“; dies lag drei Prozentpunkte unter dem früheren Tiefstand von 2020. Darüber hinaus zeigte die Umfrage eine deutliche wirtschaftliche Verunsicherung: Neunzig Prozent der Befragten waren pessimistisch hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung Australiens in den kommenden fünf Jahren.

Auch die Sorgen um technologische Entwicklungen dominierten die Stimmung. Fast zwei Drittel der Befragten glaubten, dass die Risiken der künstlichen Intelligenz die potenziellen Vorteile überstiegen. Diese Angst vor dem Zustand der Welt und der Wirtschaft beeinflusste auch die gesellschaftlichen Debatten.

Der Rückgang der Akzeptanz für kulturelle Vielfalt war besonders deutlich. Nach der Erklärung von Pauline Hanson, die eine „monokulturelle“ Australien befürwortete, sank der Anteil derjenigen, die die kulturelle Vielfalt für das Land als positiv erachteten, von neunzig Prozent im Jahr 2024 auf siebzigdrei Prozent in der jüngsten Umfrage. Dennoch bemerkte Lyons-Jones, dass die Mehrheit der Befragten – siebzigdrei Prozent – den Multikulturalismus weiterhin als Stärke für das Land unterstützte.

Obwohl das Vertrauen in die USA erodierte, blieb die politische Haltung Australiens pragmatisch. Die Unterstützung für die Allianz mit den Vereinigten Staaten blieb mit siebzigdrei Prozent robust. Dies zeigte, dass die Australier eine Allianz mit den USA für ihre Sicherheit als wichtig erachteten. Gleichzeitig erkannte die Regierung jedoch eine Verschiebung in der politischen Sprache an. Premierminister Anthony Albanese räumte ein, dass die Vereinigten Staaten eine andere Rolle spielten, und erklärte, dass die Entscheidung, einen Krieg gegen den Iran ohne Konsultation der Verbündeten zu führen, ein Beispiel für eine grundlegend veränderte amerikanische Politik war.

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