FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Welt

Babyhandel: Urteil in Indonesien wirft Frage nach Schicksal der Kinder in Singapur auf

Nach Verurteilung von neunzehn Personen bleibt die Frage offen, ob die Kinder zurückkehren sollen.

Indonesische Gerichte verurteilten neunzehn Personen wegen Babyhandels, wobei festgestellt wurde, dass mindestens 34 Säuglinge erworben und verkauft wurden. Die Täter wurden für die Verbrechen der Erwerbung und des Verkaufs zur Adoption verurteilt. Ein Großteil der Kinder wurde für Singapur bestimmt, und mindestens zwölf Säuglinge verließen das Land. Dieses Urteil beendete den hochprofilierten Fall, hinterließ jedoch eine zentrale Frage offen: Was sollte mit den Kindern in Singapur geschehen?

Die Adoptiveltern in Singapur standen vor einer existenziellen Unsicherheit. Sie warteten monatelang auf eine Entscheidung, ob sie ihre Kinder behalten durften. Der singapurische Vater David äußerte sich nach dem Urteil und forderte beide Regierungen auf, schnellstmöglich eine Entscheidung zu treffen. Er betonte, dass die Behörden eine Entscheidung auf Basis des besten Interesses der Kinder treffen sollten. Er bat um Berücksichtigung der Tatsache, dass sowohl er als auch seine Familie Opfer der Umstände dieses Falles gewesen seien.

Die Behörden Indonesiens gaben auf die Nachfrage der Nachrichtenagentur keine definitiven Antworten. Das Außenministerium Indonesiens erklärte, dass mehrere Aspekte einer weiteren Prüfung bedürften, darunter der rechtliche Status der Kinder, die Identität ihrer leiblichen Eltern und die laufenden Verfahren in Singapur. Es versprach jedoch, das Wohl der Kinder zu priorisieren.

In Indonesien argumentierten Organisationen für Kinderrechte, dass die Kinder aus diesem Fall als Prinzip zurück zu ihren leiblichen Eltern gehören sollten. Eine Kommissarin der unabhängigen Kinder Schutzkommission Indonesiens bemerkte, dass das Wohl der Kinder nicht ausreichend berücksichtigt worden sei, da ihre wahren Identitäten noch nicht festgestellt worden seien. Sie betonte, dass die Adoption in Singapur kein endgültiges Ergebnis sei. Sie forderte, dass Opfer des Menschenhandels zurückgebracht werden müssten, selbst wenn sie bereits adoptiert worden seien.

Die rechtliche Komplexität des Falles erschwerte die Entscheidung zusätzlich. Es zeigte sich, dass das kriminelle Netzwerk falsche Angaben bei der Beantragung von Geburtsurkunden und Familienkarten gemacht hatte. Dies führte zu Fragen hinsichtlich der Sorgfaltspflicht der lokalen Beamten. Sollten die Adoptionsverträge in Singapur annulliert werden, wäre dies ein komplexes Unterfangen. Juristen wiesen darauf hin, dass die Aufhebung von Adoptionsentscheidungen in Singapur uncharted territory darstellte. Faktoren wie die psychologische Belastung des Kindes, die Dauer des Aufenthalts in Singapur und die Gültigkeit der Adoptionsgrundlage spielten eine Rolle.

Indonesische Behörden hatten noch nicht alle leiblichen Eltern identifiziert. Dies bedeutete, dass einige Kinder möglicherweise niemanden zur Rückkehr hätten. Sollten diese Kinder zurückgebracht werden, müssten sie in die staatliche Obhut genommen werden. Es blieb unklar, ob die Kinder in Singapur bleiben oder ob sie in Indonesien wiedergefunden wurden. Die Schutzmaßnahmen für die Adoptiveltern wurden ebenfalls betont, da diese ebenfalls möglicherweise nichts von den Umständen wussten.

BabyhandelIndonesienSingapurMenschenrechteAdoption

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp