Die Bahamas veranstalteten am Dienstag die allgemeine Wahl, die von einem intensiven Dreikampf zwischen den politischen Lagern und zentralen Themen wie Migration und steigenden Lebenshaltungskosten geprägt war. Wähler wandten sich in der karibischen Inselarchipel zu den Stimmzählern, um über die Herausforderungen der Einwanderung, insbesondere aus Haiti, und die durch den Krieg im Nahen Osten verursachten Gaspreisspitzen zu entscheiden.
Über zweihunderttausend Menschen meldeten sich in 41 Wahlkreisen zur Wahl an. Die Regierungspartei Progressive Liberal Party (PLP), die Opposition Free National Movement (FNM) und die Coalition of Independents (COI) kämpften um die Kontrolle über das Parlament. Beobachter verfolgten genau, ob die COI, die eine starke Präsenz in den sozialen Medien besaß, auf den bei der Wahl 2021 gesammelten fast 8.000 Stimmen aufbauen konnte.
Philip „Brave“ Davis suchte eine zweite Amtszeit als Premierminister für die PLP. Davis präsentierte die Wahl als eine Entscheidung zwischen Stabilität und Unsicherheit und argumentierte, dass seine Regierung das Land durch die Pandemie-Erholung und rekordverdächtiges Tourismuswachstum geführt hatte. Christopher Curry, Professor für Geschichte an der Universität der Bahamas, bemerkte, dass Davis den Fokus auf die Argumentation legte, dass eine Änderung der Parteien, während Pläne aus dem Jahr 2021 noch in Arbeit waren, das Land destabilisieren würde.
Curry erwartete, dass die PLP die Macht behalten würde, doch die FNM erlebte in den letzten zwei Wochen Erfolge, indem sie den Fokus auf die Migration legte. Die Partei änderte ihren Wahlkampfslogan von „Wir arbeiten für Sie, nicht für wenige“ zu „Bewahrt unsere Souveränität (SOS)“, was laut Curry mehr Anklang bei den Bahamern fand. Er merkte an, dass eine zugrunde liegende Form der Xenophobie existierte, auf die viele Bahamern reagierten, und dass die Opposition diese Stimmung nutzte.
Der stellvertretende Schatzmeister der FNM, Carlyle Bethel, beschuldigte die Regierung, die illegale Migration nicht ausreichend zu behandeln. Er erklärte, dass die FNM klargemacht hatte, dass jeder, der illegal in das Land eintrat, niemals einen Weg zur Staatsbürgerschaft fand. Bethel betonte, dass die Idee, das Gesetz zu brechen und dann Staatsbürgerschaft zu fordern, nicht akzeptiert würde.
Bethel versprach auch Maßnahmen zur Bewältigung der steigenden Lebenshaltungskosten. Er verglich die hohen Benzinpreise mit den Kosten in den Vereinigten Staaten und argumentierte, dass die Währung der Bahamas an den US-Dollar gekoppelt war. Bethel verteidigte zudem Rick Fox, einen dreifachen NBA-Meister und FNM-Kandidaten, dessen Leidenschaft er als Engagement für das Land bezeichnete. Ein Wirtschaftsvertreter befürwortete die PLP, da er den wirtschaftlichen Aufschwung seit der Pandemie und den Rückgang der Arbeitslosenquote bemerkte. Ein FNM-Anhänger hingegen sah in der Regierung eine bessere Bilanz bei der Förderung des Landes und der Bereitstellung von Bildungsmöglichkeiten.