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Bangkok: Brandkatastrophen offenbarten Sicherheitslücken

Vergleichbare Todesmuster und mangelnde Durchsetzung von Vorschriften

Ein plötzlicher Flammenausbruch in einer belebten Bar führte zu Panik und versuchte Flucht in eine enge Ausfahrt. Dicke, giftige Rauchwolken erstickten die Menschen. Die Körper jener, die nicht entkommen konnten, blockierten den Weg der Überlebenden. Diese schrecklichen Szenen ereigneten sich nicht nur im Pub Rong Beer Na Ladprao in Bangkok am Sonntag, wo 32 Todesopfer bekannt wurden, sondern auch in einem Nachtclub namens Mountain B vor vier Jahren in Sattahip.

Zwanzig sechs Menschen starben in diesem Inferno, dessen Verlauf eine deutliche Ähnlichkeit mit dem jüngsten Vorfall in Bangkok aufwies. Beide Brände erinnerten an eine ähnliche Tragödie im Santika Club in Bangkok im Jahr 2009, bei der 67 Menschen ums Leben kamen. Nach jeder dieser Tragödien forderten Experten Lehren, um eine Wiederholung zu verhindern.

Worsak Kanok-Nukulchai, ein Experte vom Asiatischen Institut für Technologie, analysierte die Muster. Er stellte fest, dass die Ursachen der Brände zwar unterschiedlich waren, aber das Gesamtbild sehr ähnlich war: Mehrfache Todesfälle in überfüllten Gebäuden, eine rasche Ausbreitung des Feuers in der Bühnen- oder Deckenzone, dichte Rauchschwaden, die die Sicht versperrten, und der Tod durch toxische Einatmung, nicht direkt durch die Flammen.

Er vermutete, dass der Brand durch einen elektrischen Fehler entzündet worden war und sich durch brennbare Materialien, welche zur Schallisolierung dienten, verbreitet hatte. Die intensiven Flammen, die durch den Eingang in die Straße stiegen, wurden wahrscheinlich durch neue Sauerstoffquellen verstärkt, sobald die Fluchtwege geöffnet wurden. Dies zwang einige Gäste, in den hinteren Bereich des Pubs zu gehen, wo die beiden Ausgänge teilweise blockiert waren und nach dem Abschalten der Stromversorgung schwer zu finden waren. Viele der Toten fanden sich dort.

Die zentrale Frage, so Prof. Worsak, betraf nicht nur die Ursache des Unfalls, sondern warum ein Funke, der an einem Ort begann, zu einer Tragödie führte, die so viele Leben kostete. Die Todeszahlen im Santika Club 2009 führten jedoch zu Verbesserungen der Sicherheitsvorschriften für Nachtclubs. Ab 2012 verlangten diese Vorschriften den Einsatz feuerbeständiger Materialien für die Schallisolierung, breitere Ausgänge, die nach außen führten, sowie Notstromsysteme, welche die Beschilderung beleuchteten. Sprinkleranlagen wurden für Veranstaltungsorte mit mehr als 500 Personen obligatorisch gemacht.

Diese strengeren Regelungen galten jedoch nur für Veranstaltungsorte in ausgewiesenen Unterhaltungszonen. In Bangkok existierten nur drei solche Zonen. Die meisten Pubs befanden sich außerhalb dieser Zonen und wurden als Restaurants mit Live-Musik eingestuft. Die Vorschriften galten für diese Betriebe nicht, selbst wenn sie große Menschenmengen aufnehmen konnten. Dies galt für Rong Beer Na Ladprao und Mountain B. Der Gouverneur Bangkoks, Chadchart Sittipunt, erkannte diese gravierende Lücke an. Er befahl den Stadtbeamten, zufällige Kontrollen aller sogenannten Restaurants durchzuführen, die tatsächlich als Pubs oder Clubs fungierten, ohne vorherige Ankündigung.

Es blieb unklar, ob die Verwaltung ausreichend Personal besaß, um diese vielen Kontrollen durchzuführen, und es erwartete sich starken Widerstand gegen die Schließung all jener Betriebe, die nicht den höheren Standards der offiziellen Unterhaltungsstätten entsprachen. Hinzu kam das chronische Problem der Korruption unter lokalen Beamten und Polizisten. Es war ein offenes Geheimnis, dass viele Unterhaltungsstätten Zahlungen an die Polizei leisteten, um geöffnet bleiben zu dürfen. Nach dem Mountain B-Brand wurden fünf Polizeibeamte suspendiert, da man annahm, sie hätten eine Seite gewandert, was jedoch keine weiteren Maßnahmen zur Verfolgung nach sich zog. Die Verurteilungen gegen die Verantwortlichen blieben oft gering, und die Durchsetzung der Sicherheitsstandards blieb ein Problem in Thailand.

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