Die australische Wertpapier- und Investitionskommission (ASIC) stellte fest, dass Banken ihren Kunden durch fehlerhafte Hypotheken-Offset-Konten zusätzliche Zinsen berechnet hatten. Die Aufsichtsbehörde ermittelte, dass Kreditgeber über einen Zeitraum von zwei Jahren 55 Millionen Dollar an Hunderttausende von Kunden für diese Fehler zurückzahlen mussten. Die Kommission warnte davor, dass diese Summe durch laufende Korrekturen weiter ansteigen würde.
Die Ersparnisse, die die Australier in diesen beliebten Konten hielten, erreichten in den letzten Jahren fast 350 Milliarden Dollar. Diese Mittel sollten gegen den ausstehenden Kreditbetrag verrechnet werden, wodurch die zu zahlenden Zinsen reduziert wurden. Ein Kreditnehmer mit einem ausstehenden Darlehen von 100.000 Dollar und einem korrekt verknüpften Offset-Konto von 20.000 Dollar zahlte beispielsweise nur Zinsen auf 80.000 Dollar.
ASIC überprüfte über 200.000 Hypothekendarlehen bei acht Banken und enthüllte mangelhafte Praktiken seitens der Kreditgeber. In einem Fall trennte eine Bank versehentlich das Offset-Konto eines Kunden bei einer Änderung der Hypothek. Dieser Fehler blieb unentdeckt, bis der Kunde höhere Rückzahlungen bemerkte und sich beschwerte. In nur einem Monat zahlte der Kunde mehr als 3.500 Dollar an zusätzlichem Zins, was die Auswirkungen der Fehler verdeutlichte.
Sarah Court, die Vorsitzende der ASIC, erklärte, dass einige Banken die Grundlagen nicht richtig beherrschten. Sie betonte, dass Fehler in den Offset-Konten verborgen blieben. Die Kreditrückzahlungen blieben unverändert, während die Kunden unwissentlich höhere Zinsen zahlten und länger benötigten, um ihre Darlehen abzuzahlen. Dies stellte einen doppelten Schlag für die Kunden dar, die die versprochenen Ersparnisse verloren, und verwehrte ihnen auch die Möglichkeit, diese Mittel anderweitig einzusetzen.
Simon Birmingham, CEO der Australischen Banken-Assoziation, äußerte sich jedoch differenziert. Er betonte, dass in über 99 Prozent der Fälle die Banken die Konten korrekt verwalteten. Er erklärte, dass die Banken bereits Maßnahmen ergriffen hatten, um die geringe Anzahl von Kunden zu entschädigen, bei denen Fehler identifiziert wurden, oft handelt es sich um manuelle Fehler.
Dennoch äußerten Verbraucherschützer große Besorgnis. Meg Dalling, eine Assistenzdirektorin des Consumer Action Law Centre, kritisierte, dass Banken ihre Versprechen bezüglich der Ersparnisse nicht einhielten. Sie bezeichnete die Mehrfachfehler als in einer Kosten-Lebenskrise inakzeptabel und forderte bessere Leistungen von den Banken. Die Ergebnisse der ASIC zeigten, dass die Kunden keine Zeit hatten, ihre Banken sorgfältig zu überprüfen, und dies sollte nicht der Fall sein.