Die Bedrohung für Schiffe, welche Öl im Nahen Osten transportierten, erreichte ihren Höhepunkt seit Beginn des Iran-Krieges, so äußerten Experten. Diese Eskalation folgte auf eine Reihe von Angriffen auf eine weitere wichtige Handelsroute in der Region. Die Warnung resultierte aus mehreren Angriffen auf Schiffe im Roten Meer, einer alternativen Wasserstraße, die einige Tanker seit der Blockade des Hormus-Straits durchnutzten.
Iran lehnte Donald Trumps Behauptung zurück, es pflegte Gespräche mit den Vereinigten Staaten über die Wiedereröffnung des Durchgangs, betonte jedoch, dass es mit Oman über die Sicherung der Schifffahrtsroute sprach. Matthew Wright, Analyst bei der Schiffsverfolgungsfirma Kpler, besagte, dass die Situation für den Rohölhandel die schlimmste Periode darstellte, die seit Beginn der Krise herrschte.
Die Anzahl der Schiffe, welche den Hormus-Strait durchquerten, reduzierte sich drastisch. Während vor dem Konflikt über hundert Schiffe täglich durch den Kanal zogen, verzeichnete der Kanal am Sonntag nur acht und am Samstag elf Schiffe. Vor dem Krieg durchliefen etwa zwanzig Prozent des weltweiten Öls und Gases diesen Engpass. Die Wiederaufnahme der Schiffe erfolgte nach einer temporären Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran im Juni, doch die Wiederaufnahme der Konflikte etwa einen Monat später reduzierte den Verkehr signifikant.
Viele Schiffe verließen den Transponder, um der Detektion zu entgehen, und gingen somit „dunkel“. Für einen Großteil des Krieges nutzten einige Schiffe, welche Öl aus Saudi-Arabien transportierten, stattdessen die alternative Seeroute im Roten Meer zwischen dem Königreich und Westafrika. Eine jüngste Reihe von Angriffen durch die Houthi-Kämpfer aus Jemen auf saudische Tanker, welche diese alternative Wasserstraße nutzten, erhöhte die Risiken zusätzlich.
Die Houthi-Miliz, unterstützt von Iran, verkündete am 20. Juli eine Blockade der saudischen Häfen im Roten Meer, woraufhin die britische Agentur für maritime Handelsoperationen mehrere Angriffe auf Schiffe in der vergangenen Woche berichtete. Wright bemerkte, dass die Situation im Hormus-Strait nicht nur den Ölfluss einschränkte, sondern auch eine wichtige Marktstabilisierungsgröße bedrohte. Dies schuf ein Problem, das auf ein anderes Problem aufgesetzt war.
Tim Wilkins, Geschäftsführer von Intertanko, einem Handelsverband der Tankerbesitzer, erklärte, dass die Branche mit einer „ausweitungenden, verschlechternden und zunehmend komplexen Sicherheitslage“ konfrontiert war. Er betonte, dass die Hochrisikozone nun bis zu den Gewässern Saudi-Arabiens und in Teile des Roten Meeres ausgedehnt war, was auch die Freiheit der Schifffahrt beeinflusste. Obwohl die Houthi-Bedrohung nur die saudische Schifffahrt zielte und die Gesamtzahl der Schiffe auf etwa fünfzig Prozent der Vorkriegsstände blieb, sank die Anzahl der Frachtschiffe, welche Rohöl für den Export nach Asien durchquerten, auf nur vier pro Tag – der niedrigste Punkt seit Beginn des Krieges.
Ein Sprecher von Hapag-Lloyd, dem globalen Schifffahrtsgiganten, teilte mit, dass einige seiner Schiffe weiterhin das Rote Meer durchquerten, jedoch Entwicklungen genau beobachteten und das Netzwerk bei Bedarf anpassten. Er erklärte, dass die Wiederherstellung normaler Frachtströme jedoch viel länger dauern würde, da Dienstleistungen ausgesetzt und Schiffe anderweitig umverteilt worden waren. Eine Rückkehr zu normalen Verkehrsflüssen würde voraussichtlich drei bis vier Monate in Anspruch nehmen. Iran gab trotz Gesprächen mit Oman an, dass kein Abkommen unmittelbar bevorstand, welches den Kanal für den normalen Verkehr wieder öffnete, da die aktuellen Beschränkungen bestehen blieben, solange die „Aggression“ der Vereinigten Staaten andauerte.